Warum die Bundeswehr weiter an Schulen werben sollte

Meinung : Warum die Bundeswehr weiter an Schulen werben sollte

Laut Parteitagsbeschluss der Hauptstadt-Sozialdemokraten soll die Bundeswehr an den Schulen nicht mehr für den Militärdienst werben dürfen. Über die Art der Werbung muss man reden. Über die Sache an sich aber nicht.

Der Satz „Für Töten und Sterben macht man keine Werbung“ ist ein Satz voller Humanität. Aber so, wie ihn die Berliner SPD benutzt, ist er eine Demagogie erster Güte. Laut Parteitagsbeschluss der Hauptstadt-Sozialdemokraten soll die Bundeswehr an den Schulen nicht mehr für den Militärdienst werben dürfen. Die Bundeswehr, das ist jene Armee von jungen Männern und Frauen, die für Deutschland den Kopf hinhalten. Und zwar, wenn es im Ausland ist, immer im Auftrag des gewählten Parlaments. In dem Beschluss ist verschämt nur allgemein von „militärischen Organisationen“ die Rede, als ob es mehrere davon gäbe. Nicht mal den Mut zu klaren Sprache haben sie bei den Genossen.

Über die Art der Werbung muss man reden. Vielleicht sollte es da eine parlamentarische Begleitung geben. Und auch über das Alter der Zielgruppe. Über die Sache an sich aber nicht. Man geht nicht zur Bundeswehr um zu töten oder zu sterben. Sondern um zu helfen. Diese demokratische Armee ist in internationalen Friedensmissionen unterwegs oder schützt die Stabilität bedrohter Länder. Im Inland hilft sie, Katastrophen zu bewältigen. Und  Deutschland weniger angreifbar zu machen. Das alles ist ein wichtiger Dienst an der Gemeinschaft, den nicht jeder machen will. Und seit die Wehrpflicht abgeschafft wurde, auch nicht mehr jeder machen muss.

Die Landes-SPD versucht, diese Aufgabe als amoralisch zu stigmatisieren. Frei nach dem alten Pazifistenmotto: Alle Soldaten sind Mörder. Nein, das sind sie nicht. Aber viele Berliner Genossen sind Sektierer. Und Sektierer*innen (mit dem in dem Beschluss benutzten Gender-Sternchen). Die Bundes-SPD sollte dafür klare Worte finden, auch Andrea Nahles persönlich. Denn so etwas fällt auf die gesamte Partei zurück.

Ein Kommentar von Werner Kolhoff. Foto: nn
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