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Trumps Verteidigungsminister tritt zurück - Respekt, Mister Mattis

Meinung : Trumps Verteidigungsminister tritt zurück - Respekt, Mister Mattis

US-Verteidigungsminister James Mattis gibt Ende Februar aus Protest gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump seinen Posten auf - und macht seine Motive in einem bemerkenswerten Schreiben publik.

Was für ein starker Abgang von US-Verteidigungsminister James Mattis. Der über die Parteigrenzen hinweg hoch angesehene Vier-Sterne-General teilt Donald Trump in seinem Rücktrittsschreiben freundlich mit, dass er ihn für einen Vollidioten hält, dessen Politik chaotisch und unberechenbar ist. Respekt, Mister Mattis.

Der Präsident solle sich jemanden suchen, der immer seiner Meinung sei, lautet der Rat des scheidenden Pentagon-Chefs. Im Gegensatz zu Trump ist Mattis davon überzeugt, dass die Weltmacht USA auf Bündnisse wie die Nato angewiesen ist. Die USA könnten ihre Interessen niemals schützen, ohne konstruktiv mit den Alliierten umzugehen. Wie wahr. Aber Trump sieht das anders.

Innenpolitisch sind dem US-Präsidenten meist die Hände gebunden, weil er im Kongress keine Mehrheit hat. Außenpolitisch kann Trump dagegen machen, was sein Bauchgefühl ihm vorgibt. Und das heißt jetzt: Abzug der US-Truppen aus Syrien. Damit lässt der alte Mann in Washington jene Kurden allein, die gemeinsam mit den US-Soldaten gegen den Islamischen Staat gekämpft haben.

Syriens Machthaber Assad und der türkische Präsident Erdogan werden die Kurden in die Zange nehmen. Viele Tote und neue Flüchtlinge könnten die Folge sein. Wie in Afghanistan, wo Trump den Taliban mit dem Teilrückzug der US-Truppen den Rücken stärkt. Mit verantwortlicher Politik hat das nichts zu tun. Aber in Trumps Regierung gibt es bald niemanden mehr, der dem Präsidenten widerspricht.

Seit Trump im Weißen Haus regiert, gab es Dutzende Personalwechsel, darunter einige im Kabinett. Außenminister Rex Tillerson, wie Mattis ein Mann mit eigener Meinung, musste gehen. Ebenso Justizminister Jeff Sessions und Stabschef John Kelly. In der Außen- und Sicherheitspolitik ist die Welt den irrationalen Impulsen Trumps ausgeliefert. Immer mehr Menschen fragen sich deshalb besorgt: Wer schützt uns vor diesem Präsidenten?