Tödliche Motorrad-Unfälle in NRW: Es braucht neue Regeln

Schreckensbilanz zu Ostern : Darum brauchen Motorradfahrer neue Regeln

Am Oster-Wochenende sind wieder viele Motorradfahrer bei Ausflügen verunglückt. Es braucht schnell ein neues grundsätzliches Bewusstsein und neue Regeln, um Menschenleben zu retten. Ein Kommentar.

Es ist wohlfeil, die Motorradfahrer nach einem Oster-Wochenende mit einer solchen Schreckensbilanz zur Vorsicht zu mahnen. Darum unterlassen wir das. Zumal zu viele „Biker“ ob aller erlebten mahnenden Zeigefeinger der Vergangenheit wahrscheinlich nur noch müde abwinken würden. Vielmehr braucht es schnell ein neues grundsätzliches Bewusstsein, laute Kampagnen und auch Gesetze der Politik, um dem so weitgehend unkalkulierbaren Wahnsinn auf zwei Rädern beikommen und so Menschenleben retten zu können.

Dazu gehört auch darüber nachzudenken, Strecken von schlechter Einsicht und mit besonderer Unfallgefahr für Motorräder zu sperren. Denn für den liberalen Grundgedanken, die Mobilität und den Fahrspaß der Bürger nicht mehr als nötig einzuschränken, zahlen die anderen und auch die Motorradfahrer selbst einen verdammt hohen Preis.

Die Fakten: Motorradfahrer haben – gemessen an ihren gefahrenen Kilometern – ein bis zu 26-mal höheres Risiko, auf ihren motorisierten Zweirädern tödlich zu verunglücken als Pkw-Fahrer.

Sie sind ungeschützt und ohne jede Knautschzone, wendiger als ein Auto, aber mit viel weniger Aktionsabstand unterwegs. Viele (natürlich nicht alle!) überschätzen ihre fahrerischen Fähigkeiten, die hier weniger aufgefangen werden können als dort im Auto. Vom Kurven schneiden und Durchschlängeln im nur scheinbar übersichtlichen Stau ganz zu schweigen. Mit oft erschreckender Lautstärke auf der einen und zu häufig bedrohlicher Unsichtbarkeit in dem Moment auf der anderen Seite.

Und ganz abgesehen davon, ob unaufmerksame Autofahrer oder risikobereite Motorradfahrer Schuld tragen am Unfall: Der Motorradfahrer geht in völligem Bewusstsein das höchste Risiko aller ein. Für andere Verkehrsteilnehmer – und für sich. Zeit für neue Regeln.

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