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Raumluftfilter in Schulen: NRW-Regierung muss die Zeit bis nach den Ferien nutzen

Raumluftfilter in Schulen : NRW-Regierung muss die Zeit bis nach den Ferien nutzen

Im NRW-Landtag stehen mehrere Luftfilter, aber für die Schulen ist deren Anschaffung zu teuer? Die Regierung kann sich nicht bis zu den Ferien ausruhen und abwarten.

Mobile Raumluftfilter in Klassenräumen beziehungsweise deren Abwesenheit – dieses Thema könnte der Landesregierung mit ihrem abwanderungswilligen Chef im Spätsommer, kurz vor der Bundestagswahl, auf die Füße fallen. Wenn sie nämlich bis dahin einfach nur abgewartet und gehofft hat, dass die nächste Infektionswelle doch bitte nicht kommen möge. Und dann kommt sie doch, was die Experten ja trotz des Impffortschritts durchaus voraussagen. Mit der Welle würde dann auch der Distanzunterricht wieder nötig werden. Mit den längst als dramatisch festgestellten negativen Folgen.

Nein, die für die Schulen zuständige Landespolitik kann sich nicht einfach zurücklehnen und nichts machen. Für Hoffen und Zaudern werden Politiker nicht gewählt. Wer verdenkt es einer Kommune als Schulträger angesichts der notorischen Geldknappheit, dass von dort keine Impulse kommen, die Schüler effektiv zu schützen? Und es kann doch auch wirklich nicht die Aufgabe von in der Pandemie mehrfach belasteten Eltern sein, einen angemessenen Schutz ihrer Kinder durchzusetzen.

Ist es nicht bizarr? Im Düsseldorfer  Landtag hält man die mobilen Raumluftfilter für so effektiv, dass man in dem Gebäude am Rhein gleich 41 dieser Geräte aufgestellt hat. Doch bei der geforderten Anschaffung für die Schulen schlüpfen die Herrschaften in den Mantel des Skeptikers und sagen: Wer weiß, ob das was nützt? Und: Lüften tut’s doch auch.

Ja, es geht um viel Geld. Aber es wurde auch viel Geld für die Wirtschaft und die Arbeitnehmer ausgegeben, um die Pandemiefolgen zu lindern. Was ja richtig ist. Jedoch die in ihrer Entwicklung besonders unter den Folgen leidenden Kinder und Jugendlichen, die noch auf lange Zeit nicht geimpft sein werden, lässt man im Aerosol-Regen stehen. Das Thema birgt politischen Sprengstoff. Gerade im Wahlkampf wird sich niemand mehr herausreden können, das Pandemiethema sei doch neu, woher hätte man denn das alles wissen sollen?