Meinung: Fritz Keller ist als DFB-Präsident eine gute Wahl

DFB-Präsident : Warum Fritz Keller eine gute Wahl ist

Pünktlich zum Start der neuen Bundesliga-Saison hat der Deutsche Fußball Bund die wichtigste Personalie bereits mit der schlichten Nominierung geklärt: Fritz Keller, erfolgreicher Weinhändler, Gastronom und langjähriger Präsident des SC Freiburg, soll neuer DFB-Präsident und damit Nachfolger des zuletzt vom Hof gejagten Reinhard Grindel werden.

Das ist eine gute Wahl, wenngleich man sich über den Auswahlprozess dann doch nochmal wundern darf: Wofür eine teure Personalberatung samt namhafter Findungskommission einschalten, wenn am Ende nur mit einem einzigen Kandidaten gesprochen wird, wie das DFB-Interimspräsident Rainer Koch eingeräumt hat?

Sei es drum. Keller steht für so viel von dem, was der DFB in diesen Zeiten gut gebrauchen kann. Der Mann ist bodenständig, ohne langweilig zu sein, integer, unterhaltsam und bisweilen ironisch, nimmt sich dabei selbst nicht allzu ernst. Alles Eigenschaften, die Grindel abgingen. Auch, weil der Ex-DFB-Chef aus Rotenburg aufgrund persönlicher Merkmale stets um Achtung und Respekt kämpfen musste, hatte er Zeit seiner Regentschaft im DFB und vor allem auch außerhalb des Verbandes ein Image-Problem.

Keller hingegen strahlt natürliche Autorität aus, kommt überdies als erfolgreicher Geschäftsmann daher, der sich schon auf anderen Gebieten bewiesen hat und Unabhängigkeit garantiert. Und: Keller leitete über Jahre die Geschicke des SC Freiburg – ein der übertriebenen Eitelkeit völlig unverdächtiger Verein, dem Sympathien aus der gesamten Republik zufliegen, weil aus wenig viel entstanden ist.

Olaf Kupfer. Foto: ja/Sergej Lepke

Klar ist: Keller wird künftig einen Konflikt des Profifußballs mit den Landesverbänden moderieren und auch die Großclubs der deutschen Topliga im Blick haben müssen. Er kommt mit Freiburg aus kleinen Verhältnissen, seine Aufgabe wird groß. Aber er hat richtig gute Chancen, sie zu meistern.

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