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Laschet muss seine Nachfolge in NRW regeln

Positionierungskämpfe bei der CDU in NRW : Laschet muss seine Nachfolge in NRW regeln

Laschet kann wegen der Positionierungskämpfe in seiner Landespartei nicht so tun, als ginge ihn das nichts an.

Armin Laschet hat das Wettrennen mit Norbert Röttgen und Friedrich Merz um den CDU-Bundesvorsitz gewonnen, dann auch den Hahnenkampf gegen Markus Söder um die Kanzlerkandidatur für sich entschieden. Jetzt muss er in Nordrhein-Westfalen seine Nachfolge regeln, die nach der Bundestagswahl zum Tragen kommt. Die schwelenden Positionierungskämpfe in der Landespartei kann er nicht laufen lassen, als ginge ihn das nichts mehr an.

Laschet würde sonst die Position der CDU in NRW schwächen – und seine eigene noch dazu. Wenn er es schon geschafft hat, seine persönliche Zukunft mit einer Ansage für einen klaren Schritt nach Berlin nicht abzusichern, kann er kaum ein Interesse daran haben, die Diadochenkämpfe im Land, die jetzt um den Landesparteivorsitz zwischen Verkehrsminister Hendrik Wüst, Inennminister Herbert Reul oder Bauministerin Ina Scharrenbach  geführt werden, schwelen zu lassen. Denn sein klarer Schnitt hat seine Position gerade erst gestärkt: Das angestrebte Amt des Bundeskanzlers ist größer, als dass es eine persönliche Karriereplanung mit Alternativen ausgehalten hätte. Das mag unter Rau oder Stoiber möglich gewesen sein, nicht aber heute, wo jede Finte breit beobachtet und eingeordnet wird. Sorgt er für klare Verhältnisse, strahlt das positiv ab. Macht er das nicht, schadet es eher.

Denn: Was in NRW geschieht, wird bundesweit beachtet. Das ist so, seit Laschet gegen die Selbstverzwergung anarbeitete, die er einst der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft vorgeworfen hatte, die das Berliner Parkett eher widerwillig betrat. Aus dieser Haltung heraus hat Laschet seine Bundeskarriere befördert. Und nun muss er erkennen, dass sich der Tanker NRW als größtes Bundesland nicht über viele Monate mit halber Kraft und mit vier Hüten auf dem Kopf lenken lässt: Laschet ist Kanzlerkandidat, Ministerpräsident, CDU-Bundesvorsitzender und Landesvorsitzender. Eine solche Ämterhäufung begutachten die Menschen eher misstrauisch. Und die Machtbasis der CDU ist in diesem Land traditionell eher dünn.