Kosten für Polizeieinsätze - Der Fußball muss jetzt eine gute Lösung finden

Meinung : Kosten für Polizeieinsätze - Der Fußball muss jetzt eine gute Lösung finden

Das Urteil von Leipzig, das besagt, es dürfen grundsätzlich Gebühren verlangt werden für einen Polizeieinsatz bei einem kommerziellen Hochrisiko-Ereignis, ist kein Wahnsinn: Mit gesundem Menschenverstand lassen sich gute Gründe dafür finden.

Wie albern es wäre, wenn zum Beispiel aus Bremen nach jedem Hochrisiko-Spiel eine Rechnung an die Deutsche Fußball Liga (DFL) gehen würde, während etwa in Nordrhein-Westfalen das Land auf solche Rechnungsstellung an Schalke 04, den BVB, Fortuna, den 1. FC Köln, Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach für einen überbordenden Polizeieinsatz verzichten würde, ist greifbar: Es entstünde bundesweit nicht nur ein unansehnlicher Flickenteppich, wie wir ihn schon in der Bildungspolitik gerade kaum mehr einfangen können, sondern auch ein Ungleichgewicht für die Vereine. Aber so wird es am Ende auch nicht kommen.

Das Urteil von Leipzig, das besagt, es dürfen grundsätzlich Gebühren verlangt werden für einen Polizeieinsatz bei einem kommerziellen Hochrisiko-Ereignis, ist aber kein Wahnsinn: Mit gesundem Menschenverstand lassen sich gute Gründe dafür finden, dass vielen unbeteiligten Steuerzahlern nicht all das aufgebürdet wird, womit andere horrende Summen verdienen – und sich dabei seit jeher gemütlich auf das Gewaltmonopol des Staates verlassen. Klar muss sein: Rechnungsstellung darf nicht allein beim Fußball sein, weil es auch Hochrisiko-Veranstaltungen in anderen Bereichen gibt, in denen gutes Geld verdient wird. Wo dann genau und wo nicht und wie – das wird eine Frage sein, mit der sich Gerichte noch lange beschäftigen müssen.

Für den Fußball selbst gilt es, eine gute Lösung zu finden, die viele versöhnen würde, die in diesem Sport nur noch ein abgehobenes Raumschiff erkennen. Etwa mit einem Fond, in den alle Vereine einzahlen. Nach Berechnungen bräuchte es dafür nur zwei Prozent der Vereins-TV-Gelder eines Jahres, mit denen sich die Einsätze in erster und zweiter Liga bezahlen ließen. Das wäre doch was!

Ein Kommentar von Olaf Kupfer. Foto: ja/Sergej Lepke

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