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Kommentar: Was heißt beim Thema Coronavirus: Keine Panik?

Meinung : Was heißt beim Thema Coronavirus: Keine Panik?

Nicht in Panik geraten – diesen Aufruf hört man in diesen Tagen oft. Doch ist nicht gerade ein Beschwichtigen das effektivste Mittel, eben diese Panik auszulösen? Ein Kommentar.

Ärztemangel, fehlende Pflegekräfte – das Gesundheitssystem hat schon in Nicht-Epidemie-Zeiten seine Probleme. Kommt eine Krise wie die jetzige hinzu, gelangt es erstaunlich schnell an seine Grenzen. Und dass Krankenhäuser, professionelle Arbeitgeber also, für ihre Mitarbeiter nicht genügend Schutzmasken vorrätig halten, erstaunt dann doch.

Aber Schuldzuweisungen helfen nicht weiter. Es gilt, die in den nächsten Tagen und Wochen in den Blick rückenden Probleme zu lösen. Wenn im stark betroffenen Kreis Heinsberg bereits sieben Hausarztpraxen im Zusammenhang mit dem Virus schließen mussten, muss Hilfe von außen organisiert werden. Es wäre fahrlässig, dass in den „Krisenregionen“ das medizinische Personal sogar dann weiterarbeiten soll, wenn es sich selbst infiziert hat. So schafft man nur neue Infizierte.

Nicht in Panik geraten – diesen Aufruf hört man in diesen Tagen oft. Doch ist nicht gerade ein Beschwichtigen das effektivste Mittel, eben diese Panik auszulösen? In Zeiten, da über soziale Medien Verschwörungstheorien „viral“ gehen. „Beschwichtigern“ wird nicht geglaubt. Hamsterkäufe bestätigen das. Und was soll man auch davon halten, wenn Abgeordnete im Bundestag sich nicht mehr die Hand geben: ein vorbildliches Verhalten, um Ansteckungen zu verhindern? Oder der „Beweis“, dass die Beschwichtiger ihren eigenen Keine-Panik-Appellen nicht glauben?

Peter Kurz. Foto: Sergej Lepke

Niemand weiß, was noch kommt. Doch trotz der Gefährlichkeit des Virus für gesundheitlich Vorbelastete oder Ältere ist doch auch dies Realität: Mehr als 85 Prozent der in NRW infizierten Menschen stehen die Sache in häuslicher Quarantäne durch. Und liegen gerade nicht auf der Intensivstation. Was bedeutet, dass der Krankheitsverlauf in den allermeisten Fällen so schlimm nicht sein kann. Also keine Panik! Und: den Satz nicht falsch verstehen!