Kommentar: Längerer Atem für gute Luft in Wuppertal

Meinung : Längerer Atem für gute Luft in Wuppertal

Sie war stets bemüht. So lassen sich bislang die Anstrengungen der Stadt Wuppertal um eine saubere Luft zusammenfassen. Im Arbeitszeugnis möchte man so einen Satz nicht lesen, eben weil er impliziert, dass in Wirklichkeit nichts erreicht wurde.

Ja, vielleicht ist es ein bisschen unfair jetzt wieder von dicker Luft in Wuppertal zu sprechen, wo der Green-City-Plan noch gar nicht seine Wirkung entfalten konnte.

Es muss aber allein deswegen erlaubt sein, weil die Bürger dieser Stadt im Hier und Jetzt leben. Und der Mief an Briller Straße oder Steinweg ist Realität. Daher dürfte es einigen Wuppertalern schwer fallen, das pure Abwenden von Diesel-Fahrverboten als Erfolg zu verbuchen. Erfolg ist dann, wenn es keine gesundheitsgefährdende Luft mehr in der Stadt gibt.

Damit es keine Missverständnisse gibt: Verursacher der Misere ist nicht die Stadt. Sie ist es, die nun mit guten Ideen auslöffeln muss, was unter anderem die Auto-Industrie verbrochen hat. Das muss jetzt aber geschehen – und zwar weit über den möglichen gerichtlichen Erfolg hinaus.

Daniel Neukirchen. Foto: nein/Schwartz, Anna (as)
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