Kommentar: Die WSW hängen in der Luft

Kommentar : Die WSW hängen in der Luft

Die Wuppertaler Stadtwerke haben 31 Schwebebahnen beim Hersteller Kiepe bestellt - und 31 Testfahrzeuge bekommen.

Für die Stadtwerke wird es alles andere als einfach, die eigenen Gewährleistungsansprüche gegenüber einem Konzern mit juristischer Hausmacht durchzusetzen. Da werden tonnenschwere Aktenberge gewälzt. Man sei „im kritischen Austausch“, heißt es von den WSW über die Verhandlungen mit Kiepe, denen Gutachter den Bau mangelhafter Drehgestelle vorhalten. Von diesen Drehgestellen hängt der gesamte Schwebebahnbetrieb ab. Die Worte der WSW sind bewusst behutsam gewählt, denn am längeren Hebel sitzen die anderen. Wer soll die neuen Drehgestelle denn bauen, wenn nicht Kiepe. Im Online-Handel gibt es solche technischen Einzelstücke noch nicht, selbst der 3-D-Drucker dürfte überfordert sein. Die WSW hängen mit ihren neuen Bahnen in der Luft - und wir Wuppertaler schaukeln mit. Wer bis zum Austausch der Drehgestelle weiter mitfahren will, muss den Stadtwerken vertrauen, dass kein Risiko besteht und es bei der Diskussion allein um Garantie und Haftung geht.

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