1. Meinung

In Fernzügen sollte es 3G geben - auch ohne verlässliche Kontrollen

Infektionsschutz auf Reisen : In Fernzügen sollte es 3G geben - auch ohne verlässliche Kontrollen

In Fernzügen sollte es eine vergleichbare Infektionsschutzregelung geben wie in Flugzeugen.

Wer kürzlich mal geflogen ist, wird bestätigen, wie nah sich die Menschen beim Einchecken, in Warteräumen und im Flugzeug kommen. Immerhin: Die Regeln der Airlines stellen sicher, dass die Mitflieger geimpft, genesen oder getestet sind. Anders in Fernzügen oder im ÖPNV. Angesichts von Impfdurchbrüchen und der vorherrschenden Enge kann da auch Geimpfte ein mulmiges Gefühl beschleichen. Aber hier brauchen Ungeimpfte keinen Test. Jedenfalls in Fernzügen, so die Idee der Bundesregierung, sollte das jetzt anders werden.

Doch nun gibt es Bedenkenträger. Dass das Ganze kaum flächendeckend kontrolliert werden könne, wird vorgebracht. Nun, die Bedenken der Bahnmitarbeiter, die keine Zusatzarbeit akzeptieren wollen, ließen sich gewiss durch einen Bonus zerstreuen. Und wenn sie es nicht machen, könnten den Job eigens abgestellte Kräfte erledigen. Auch das würde angesichts der Vielzahl zu kontrollierender Fahrgäste keine flächendeckende Kontrolle sein, wird eingewandt. Was für ein seltsames Argument das doch ist. Auch das Überfahren einer roten Ampel oder ein Ladendiebstahl werden längst nicht immer geahndet. Wenn sie unentdeckt bleiben. Aber deswegen sind Regeln doch nicht sinnlos. Mit ihrer Durchsetzung muss man jederzeit rechnen, schon das führt zu deren Befolgung. Meistens.

Jedenfalls in Fernzügen, in denen man oft Stunden vor, hinter oder neben Fremden sitzt, sollte 3 G gelten. Auch wenn nicht jeder kontrolliert werden kann. Und was macht man mit Menschen, die bei der Kontrolle keines der 3 G vorweisen können – soll man die auf offener Strecke rauswerfen? Nein, aber der nächste Bahnhof könnte durchaus die Endhaltestelle sein für jemanden, der unter Missachtung der Spielregeln eingestiegen ist. Will man so weit nicht gehen, ließe sich an ein „erhöhtes Beförderungsentgelt“ denken. Bedenken wie „nicht durchführbar“ erscheinen seltsam angesichts dessen, was alles in der Pandemie schon „durchführbar“ war. Da gab es Eingriffe von weit größerem Ausmaß. Und deren Kontrollen.