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Impfstrategie der Bundesregierung: Ermutigende Signale aus der Pharmaforschung

Impfstrategie der Bundesregierung : Ermutigende Signale aus der Pharmaforschung

Gibt es Licht am Ende des Tunnels? Die Infektionszahlen in Deutschland sind nach wie vor dramatisch. Zugleich kommen aber auch ermutigende Signale aus der Pharmaforschung.

Ein Impfstoff mit einer Wirksamkeit von rund 90 Prozent, wie es jetzt ein deutsches Unternehmen vermeldete, wäre tatsächlich ein Meilenstein, durch den das Corona-Virus seinen Schrecken verlieren könnte.

Laut Umfragen sind etwa 50 bis 60 Prozent der Bundesbürger bereit, sich gegen den Erreger impfen zu lassen. Doch ist erst einmal ein wirksames Serum gefunden, dürften es noch deutlich mehr werden. Die Angst vor Ansteckung kann ein starkes Argument sein. Am Ende womöglich ein stärkeres als die Skepsis vor der Spritze. Schon vor diesem Hintergrund muss der Zugang zu den anfänglich knappen Impfdosen nach Kriterien erfolgen, die ethisch und rechtlich vertretbar sind. Und die auch solidarischen Anforderungen genügen. Die wichtigste Frage lautet zweifellos: Wer wird zuerst geschützt, und wer kann, wer muss noch warten? Dass vorrangig Ältere, Vorerkrankte sowie Gesundheitsmitarbeiter und Pflegekräfte zum Zuge kommen sollten, wie es eine Expertenkommission vorgeschlagen hat, würde wohl niemand ernsthaft in Zweifel ziehen. Doch auch hier ist noch eine Feinjustierung erforderlich. Allein rund 23 Millionen Bundesbürger sind über 60 Jahre alt. Selbst die Hälfte kann da nicht gleichzeitig geimpft werden. Und es gibt noch weitere Probleme: Kommen privat Versicherte womöglich eher zum Zuge als Kassenpatienten? Und was wäre die politisch fest zugesicherte Impf-Freiwilligkeit noch wert, würde der Stempel im Impfpass quasi zum Eintritt für die Hotelübernachtung oder den Konzertbesuch?

Es spricht einiges dafür, dass ein wirksamer Impfstoff eher auf dem Markt ist als von vielen gedacht. Umso kürzer wird die Zeit für eine umfassende und bundeseinheitliche Impfstrategie. Aber immerhin hat die Bundesregierung frühzeitig begonnen, darüber nachzudenken. Das macht immerhin Hoffnung.