Meinung: Fast alles läuft für Trump

Meinung : Fast alles läuft für Trump

Am 3. November werden die US-Bürger entscheiden, ob Donald Trump weitermachen kann. Und es spricht fast alles dafür, dass der dann 74-Jährige tatsächlich Präsident bleibt. Trotzdem kann es sein, dass Trump die Wahl verliert.

Am 3. November werden die US-Bürger entscheiden, ob Donald Trump weitermachen kann. Und es spricht fast alles dafür, dass der dann 74-Jährige tatsächlich Präsident bleibt. Wie 2016 wird Trump vermutlich erneut nicht die Mehrheit der Wähler hinter sich haben. Aber darauf kommt es beim US-Wahlsystem nicht an. Entscheidend ist es, genügend Bundesstaaten zu gewinnen, weil einem Kandidaten dann alle Stimmen von dort zustehen. Bevölkerungsarme Staaten haben aber im Verhältnis mehr Stimmen als bevölkerungsarme. Diese demokratische Unwucht hilft Trump.

Mit Recht wird dem Präsidenten vorgeworfen, in seinen Reden zur Lage der Nation maßlos zu übertreiben. Richtig ist aber, dass die Wirtschaft gut dasteht. Richtig ist auch, dass die US-Arbeitslosenquote mit 3,5 Prozent den niedrigsten Stand seit 50 Jahren erreicht hat. Dass sein Vorgänger Barack Obama maßgeblich dazu beigetragen hat, hilft den Demokraten überhaupt nicht. Trump wird klug genug sein, den Handelskonflikt mit China im Laufe des Jahres weiter einzudämmen, damit die ökonomischen Daten positiv bleiben.

Das Amtsenthebungsverfahren der Demokraten gegen Trump war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Nie gab es eine Chance auf eine Zweidrittelmehrheit gegen den Präsidenten im Senat, denn die Republikaner haben unter Trumps Führung jedes selbstständige Denken eingestellt. Wer Probleme mit dem Präsidenten hat, spielt in der Partei keine Rolle mehr.

Rolf Eckers. Foto: Sergej Lepke

Trotzdem kann es sein, dass Trump die Wahl verliert. Nämlich dann, wenn das Buch von seinem Ex-Sicherheitsberater John Bolton seine Wirkung entfaltet. Bolton behauptet, dass Trump sein Amt missbraucht hat. Militärhilfe wollte der Präsident der Ukraine nur geben, wenn das Land Ermittlungen gegen den Trump-Gegner Joe Biden einleitet. Boltons Darstellung ist glaubwürdig. Vielleicht sehen viele Amerikaner das ebenso.