Fahrradverkehr

Meinung : Versemmelt es nicht wieder

Die Landtagspolitiker in NRW sollten die Initiative für den Ausbau des Fahrradverkehrs ernst nehmen. Auch in ihrem eigenen Interesse.

Mal sehen, ob es die regierenden Parteien – in NRW sind dies CDU und FDP –  wieder versemmeln. Oder haben sie den Schuss der Europawahlen gehört? Es geht um durchaus bedeutendes Stück Klimapolitik: Mit fast 207.000 Unterschriften wurde die für eine Volksinitiative geltende Hürde deutlich überschritten. Dass sich der Landtag mit dem Thema für eine Stärkung des Radverkehrs beschäftigen muss, ist damit klar. Die Frage ist nur: Nehmen die regierenden Politiker diese eindrucksvolle Massen-Petition ernst?

Allzu oft ist es bislang so, dass man sich nicht mit den Autofahrern anlegen will. Diese wehren sich in den Kommunen  immer wieder dagegen, dass anstelle eines Parkplatzes ein Fahrradparkhäuschen stehen soll. Dabei fänden hier auf dem Flächenbedarf für ein einziges Auto zehn Räder Platz. Würde die Politik umdenken und nicht vor dem Geschrei der Lautesten einknicken, so hätte sie am Ende viel mehr Bürger auf ihrer Seite.

Neben den Stellplätzen ist der Ausbau der Radwege wichtige Voraussetzung dafür, dass mehr Menschen dieses umweltfreundliche Verkehrsmittel nutzen. Davon hätte auch die Politik etwas, Stichwort drohende Fahrverbote.

Welch’ Tamtam wurde doch um den E-Scooter gemacht, der für die meisten wohl eher ein Spielzeug als ein Verkehrsmittel sein wird. Und dessen Effekt auch nicht zu Ende gedacht wurde. Die Menschen werden sich, statt auf der viel zitierten „letzten Meile“ mal ein paar Schritte zu Fuß zu gehen, mit Hilfe elektrischer Energie durch die Gegend rollen lassen. Energie, die ja irgendwo, und das nicht automatisch umweltfreundlich, erzeugt werden muss.  Und: Die E-Roller sollen auf die Radwege. Umso mehr ein Grund, diese auszubauen, um das Fortbewegen auf diesen gar zu bescheidenen Verkehrsflächen nicht vollends im Chaos enden zu lassen. Also: Versemmelt es nicht wieder!