Düsseldorf begeistert mit der Arena

Lena hat nicht gewonnen, aber die Region

Lena hat ihren Titel nicht verteidigt — und ist keineswegs traurig. Mit dem zehnten Platz ist das Mindestziel erreicht, und sie hat, da sind sich die meisten Betrachter einig, beim Finale des Eurovision Song Contest (ESC) eine sehr gute Leistung abgeliefert. Ihr Lied war am Ende wohl zu speziell und zu düster, um gegen die Welle der Schmuse- und Gute-Laune-Popsongs ankommen zu können.

Gratulation also an Ell und Nikki, die den Titel für Aserbaidschan geholt haben. Von diesem Land wissen die meisten nur, dass Berti Vogts dort Fußball-Nationaltrainer ist. Der ESC mit seinen mehr als 100 Millionen Fernsehzuschauern bietet der ehemaligen Sowjetrepublik nun die Chance, sich bekannt zu machen.

Nichts anderes war die Motivation Düsseldorfs, sich als Austragungsort des TV-Spektakels zu bewerben und dafür zehn Millionen Euro locker zu machen. Das Geld ist gut investiert, da waren sich die Verantwortlichen am Tag nach dem Finale sicher. Tatsächlich wird man Düsseldorf und seine Nachbarstädte im Bergischen und am Niederrhein, die viele Besucher beherbergten und ebenfalls Aktionen zum ESC starteten, als hervorragende Gastgeber in Erinnerung behalten.

Der Name der Austragungsstadt fiel bei der weltweit ausgestrahlten Show ’zigfach, und vor allem in Richtung Israel dürfte Oberbürgermeister Dirk Elbers Blumen schicken. Von dort hieß es bei der Verkündung der Stimmvergabe, Düsseldorf sei am Finaltag nicht nur Hauptstadt der Mode und des Karnevals, sondern auch des Pop. Manches Lob, werden vor allem Karnevalsfreunde aus Köln denken, schießt auch mal übers Ziel hinaus.

Was aber über den Glanz eines Tages hinaus bleibt, ist die Erinnerung an eine perfekte Show, bei der NDR und Stefan Raab ganze Arbeit geleistet haben. Die Düsseldorfer Arena hat sich dabei als heimlicher Star erwiesen. Sie ist, wie die TV-Branche am Sonntag beeindruckt bilanzierte, europaweit einzigartig und hat die fantastische Lichtinszenierung dieses Finales erst möglich gemacht. An welches Hallendach lassen sich schon 220 Tonnen an Technik hängen? An kein anderes — und nach den Rolling Stones, Depeche Mode und Madonna werden nun vielleicht auch andere Größen auf die Idee kommen, die Wunderkiste zu nutzen. Schön wär’s — für die Region und NRW.

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