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Datenklau bei Vodafone: Die persönliche Währung besser schützen

Datenklau bei Vodafone: Die persönliche Währung besser schützen

Datenklau bei Vodafone trifft zwei Millionen Kunden.

Wer im 21. Jahrhundert am sozialen Leben teilnehmen will, der kommt um ein Konto für den Geldverkehr sowie ein Telefon oder Handy nicht herum. Dafür muss der Kunde zwangsläufig private Daten preisgeben, denn auch der Geschäftspartner — sei es eine Bank oder ein Telefonanbieter — will sich absichern und wissen, mit wem er einen Vertrag schließt. Im Umkehrschluss muss Vertrauliches aber auch vertraulich bleiben. Das ist bei Vodafone offensichtlich nur unzureichend geschehen. Denn es darf nicht sein, dass ein einzelner Angestellter — noch dazu einer externen Firma — alleinigen Zugriff auf derart viele sensible Kundeninformationen hat. Hier muss das Unternehmen Sicherheitslücken aufdecken und umgehend schließen.

Auch wenn im konkreten Fall die Verantwortung beim Unternehmen liegt, ist es auch ein Weckruf an die Kunden und Verbraucher selbst: Daten sind im digitalen Zeitalter mindestens genauso wertvoll wie Geld. Doch während wir Letzteres im Portemonnaie, im Safe und auf dem Sparbuch sicher verwahren, werfen wir mit der viel privateren Währung um uns — vor allem im Internet.

Es ist geradezu paradox: Menschen, die in der Fußgängerzone einen großen Bogen um Stände machen, an denen etwas verteilt wird, tragen sorglos ihre E-Mail-Adresse auf einer beliebigen Internetseite ein, wenn es um Gewinnspiele, Rabatte und andere vermeintliche Vorteile geht. Kostet ja nichts.

Doch — es kostet jedes Mal ein bisschen Sicherheit, denn die Adresse kann über kurz oder lang bei organisierten Betrügern landen. Der Bumerang kommt dann als Phishing-Mail oder Trojaner-Virus zurück. Und wer dann nicht aufpasst, gibt mehr preis, als er ahnt. Die Beruhigungspille „Meine Daten interessieren doch keinen“ wirkt spätestens seit der NSA-Affäre nicht mehr.

Was bleibt also zu tun? Das Internet „auszusitzen“ ist sicherlich keine Lösung. Es geht nicht vorüber. Viel sinnvoller ist es, kritisch zu bleiben und nicht jedes Feld automatisch auszufüllen, auch wenn dafür ein Präsent lockt. Internet und Technik locken Verbraucher in immer kürzeren Abständen mit Innovationen, doch es gibt keinen Zwang, auch alles mitzumachen.