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Bundestagswahl: Schlechte Karten für Liberale und Grüne

Bundestagswahl: Schlechte Karten für Liberale und Grüne

Der Endspurt zur Bundestagswahl wird noch spannend

Der Wahlkampf war bisher von ausnehmender Tristesse und Langeweile geprägt. Selbst die Stinkefinger-Aktion des SPD-Kanzlerkandidaten konnte das Wahlvolk nicht aus dem Dämmerzustand holen, in den die Parteien es geschaukelt hatten. Da musste erst ein Horst Seehofer kommen, um dem Endspurt zur Bundestagswahl doch noch so etwas wie Spannung zu verleihen. Nach dem Kantersieg der CSU in Bayern sind die Karten neu gemischt. Man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass das Blatt von FDP und Grünen mehr als mies ist.

Da wären die Liberalen, die immer noch glauben, mit ihrer verzweifelten Zweitstimmen-Kampagne ein Ass im Ärmel zu haben. Das könnte sich am Wahlabend aber als Trugschluss erweisen. Denn die FDP bleibt die Antwort auf die Frage schuldig, warum der bürgerliche Wähler ihr seine Stimme geben sollte. Einer Partei, die sich in den vergangenen vier Jahren in die Bedeutungslosigkeit regiert hat. Die alle in sie gesetzten Erwartungen in der Steuerpolitik nicht erfüllen konnte und höchstens mit einer zweifelhaften Hotel-Steuer Lobbyisten bediente. Vom freien Geist, für den die FDP einst stand, ist nichts mehr zu spüren. Sie hat kein Thema, das sie wählbar macht. Auf Schützenhilfe der Union können die Liberalen ebenfalls nicht setzen, denn der ist das Leihstimmen-Desaster von Niedersachsen noch in schmerzlicher Erinnerung.

Die Grünen hingegen haben sich mit ihrem Steuererhöhungsprojekt und dem unsäglichen Veggie-Day verzockt. Doch so kurz vor der Wahl ist es zu spät, um zu den originär grünen Wurzeln zurückzukehren. Die Pädophilie-Debatte um ihren Vorsitzenden Jürgen Trittin dürfte ebenfalls nicht dazu beitragen, unentschlossene Wähler für die Grünen zu begeistern.

Franz Münteferings Spruch „Opposition ist Mist“ im Hinterkopf, erweist sich zumindest SPD-Frontmann Peer Steinbrück als guter Pokerspieler. Er kann selbst den mageren 20,6 Prozent aus Bayern etwas abgewinnen. Fakt ist aber, dass es für die So-zialdemokraten nur noch um die Juniorrolle in einer großen Koalition gehen kann.

Und Angela Merkel? Die Kanzlerin lässt sich mal wieder nicht in die Karten schauen. Derzeit vielleicht die beste Strategie.