Bitte kein Schulterzucken nach 33 Klinikbränden in diesem Jahr

Meinung zu Brand im Düsseldorfer Marienhospital : Bitte kein Schulterzucken nach 33 Klinikbränden in diesem Jahr in Deutschland

Vor dem folgenschweren Brand im Düsseldorfer Marienhospital waren es 6 Tote und 60 Verletzte in diesem Jahr durch Klinikbrände in Deutschland. Es muss sich etwas tun.

Eines mal vorweg, weil auch die Krankenhäuser auf dieser Feststellung bestehen werden: Der Brandschutz in deutschen Kliniken rangiert mit Sicherheit nicht unter ferner liefen. Er ist gut. War er auch im Düsseldorfer Marienhospital, wo laut der Pressekonferenz am Dienstag nach dem Brand gerade erst Ertüchtigungen stattgefunden hatten. Das Problem: Es ist trotzdem ein Mensch tot, weitere sind zum Teil lebensbedrohlich verletzt.

Und wenn das passiert, kann man nicht einfach mit den Schultern zucken und sagen: Wir haben alles Notwendige getan, da sind wir eben machtlos. Gerade in einem sensiblen Bereich wie dem Krankenhaus, das per se mit einer Vielzahl von Sorgen, Ängsten, schlechten Gefühlen belegt ist, reicht das nicht. Jedenfalls nicht nach 33 Feuern mit sechs Toten und 60 Verletzen seit Anfang des Jahres in Deutschland – Düsseldorf mit seinem Todesopfer und 19 Verletzten noch nicht einmal mitgezält.

Es hilft auch nicht der Verweis auf die Vielzahl von Bränden, die durch die eigene Fahrlässigkeit von Patienten verursacht wurden. Im Marienhospital brach das Feuer nicht im Zimmer des 77-jährigen Todesopfers aus – man mag sich selbst doch nicht vorstellen, wie man selbst durch Krankheit oder Verletzung gelähmt hilflos in einem Klinikbett liegt und von nebenan Rauch oder Feuer herüberdringt. Auch vor der Dummheit anderer Patienten muss man in einer Klinik in Situationen größtmöglicher Wehrlosigkeit geschützt sein.

Welche technischen, konzeptionellen oder personellen Verbesserungen es beim Brandschutz geben könnte, das müssen in der Tat Experten beantworten. Sind Sprinkleranlagen ein Weg oder müsste die Klinik dann nach Fehlalarmen alle paar Wochen Technik für zigtausende Euro ersetzen? Das sind berechtigte Fragen, sie müssen aber zugelassen und diskutiert werden. Besser als Schulterzucken ist das allemal.

Juliane Kinast. Foto: Judith Michaelis
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