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Biden kümmert sich jetzt auch um den Klimaschutz

Klimagipfel auf Einladung der USA : Biden kümmert sich jetzt auch um den Klimaschutz

Joe Bidens Maßnahmen können sich sehen lassen. Jetzt kümmert er sich um den Klimaschutz.

Was Joe Biden binnen weniger Monate angeschoben hat, kann sich wirklich sehen lassen. Der neue US-Präsident steht nicht nur für eine erfolgreiche Impfkampagne und ein gewaltiges Infrastruktur-Programm, sondern er rückt auch die Klimakrise wieder in den Fokus. Alle großen Verursacher von Treibhausgasen sind Bidens Einladung zum virtuellen Gipfel gefolgt – inklusive China und Russland. Das ist bemerkenswert, weil Biden keineswegs als Leisetreter daherkommt. China kritisiert er wegen der Missachtung von Menschenrechten, Russland droht er Sanktionen an, falls das Land die Ukraine überfällt oder der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny im Straflager zu Tode kommt.  

Viele Staaten haben versprochen, bis 2050 klimaneutral zu wirtschaften. Aber das Jahr 2050 ist weit weg, sehr weit. Gehandelt werden muss jetzt. Trotz des Klimaabkommens von Paris nehmen die Treibhausgas-Emissionen zu. Im globalen Maßstab bleiben Öl und Kohle viel zu lange dominant, wenn sich nicht sofort etwas ändert. Deshalb braucht es ehrgeizigere Ziele, um entscheidend voranzukommen. Bidens Gipfel bietet dafür einen Rahmen. Neue Zusagen setzen andere Staaten unter Druck. Darin liegt der Wert solcher Treffen, die oft zu Unrecht als Show-Veranstaltungen diffamiert werden.  

Nicht Corona oder Armut, sondern der Klimawandel ist die größte Bedrohung der Menschheit. Noch haben etliche Macher in Politik und Wirtschaft nicht begriffen, dass es Wachstum und Wohlstand morgen nur klimaneutral geben kann, mit der Natur oder gar nicht. Für reiche Industrienationen wie Deutschland liegt darin eine riesige Chance, denn CO2-freie Produktionsverfahren werden weltweit gebraucht. Die neue Bundesregierung unter Beteiligung oder Leitung der Grünen muss Weichen anders stellen: Schneller raus aus der Kohle, Öko-Strom rascher ausbauen und den CO2-Preis in kurzer Zeit stark erhöhen, um Verfahren ohne Emissionen attraktiver zu machen.