Bayernwahl - Kein Wunder in Sicht

Landtagswahl : Bayernwahl - Kein weiß-blaues Wunder in Sicht

Endlich ist es vorbei. An diesem Sonntag haben die Bayern die Wahl. Dann endet hoffentlich auch die quälende Zeit, in der die schwarz-rote Koalition in Berlin getrieben worden ist von in Panik geratenen Führungsfiguren der CSU.

Gleich zweimal bis an den Rand des Bruchs.

Zwar sind die Demoskopen bei den vergangenen Wahlen alles andere als treffsicher gewesen. Doch es müsste schon ein weiß-blaues Wunder geschehen, damit der Absturz der CSU, wie tief auch immer, ausbleibt. Denn die frühere Staatspartei hat sich schlichtweg von ihrem Wahlvolk und seinen Problemen entfernt. Hinzu kommt der erbitterte Machtkampf zwischen Markus Söder und Horst Seehofer, der auch nach der Ämteraufteilung im vergangenen Jahr nicht geendet hat, sondern bis heute weitergeht. Der Streit hat selbst die Treusten der Treuen angewidert.

Foto: nein/krohnfoto.de

Kurioserweise können sich aus einem miesen Wahlergebnis der Christsozialen Chancen für den Rest der Republik ergeben. Denn eine zusammengestauchte CSU müsste in der schwarz-roten Koalition deutlich konstruktiver und kooperativer auftreten. Selbst ein Sturz von Horst Seehofer würde das Bündnis nicht in Turbulenzen stürzen, im Gegenteil. Angela Merkel und Andrea Nahles dürften vermutlich ein Fläschchen Rotwein öffnen, wenn sie den quertreibenden Innenminister endlich wieder los sind.

Bei allen Turbulenzen, die die CSU dann erfassen werden, Gefahr für die Koalition droht in den nächsten Wochen eher von woanders – nämlich seitens der SPD. Eine deftige Niederlage in Bayern haben die Sozialdemokraten schon eingepreist. Und was, wenn auch die darauffolgende Landtagswahl in Hessen für die Genossen zu einem Debakel wird? Dann könnte in der Partei der Aufstand ausbrechen gegen die Vorsitzende Nahles, gegen den Verbleib in der ohnehin ungeliebten großen Koalition. Gegen dieses Beben wäre das erwartete bayerische am Sonntag dann doch eher ein schwaches.

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