Offen gesagt Merken wir uns: Wuppertal kann ganz gut miteinander

Meinung · Heiligabend in Wuppertal. Auch heute stehen Mitglieder der Solidargemeinschaft auf dem Döppersberg und später auf dem Berliner Platz. Dort verteilen sie zum inzwischen dritten Mal an einem 24. Dezember Taschen mit Lebensmitteln, warmen Anziehsachen und Tabak an Obdachlose.

 Lothar Leuschen

Lothar Leuschen

Foto: Lothar Leuschen/Anna Schwartz

Diesmal sind 200 solcher Geschenke vorbereitet. Die Not wächst. Auch in Wuppertal. Die Aktion der Solidargemeinschaft wird daran nichts ändern. Das ist mit ein paar nützlichen Präsenten zu Weihnachten nicht getan. Die Aktion an Heiligabend ist eine Geste. Sie soll zeigen, dass die Menschen nicht vergessen sind, die auch im kältesten Winter auf der Straße liegen, weil sie kein Obdach finden, oder schon keines mehr wollen. Es geht um Aufmerksamkeit, es geht darum, nicht zu ignorieren, dass am Döppersberg Männer volltrunken und ungeschützt im Regen liegen, während ringsum der Alltag seine Kreise zieht, mit der üblichen Hetzerei nach Weihnachtsgeschenken, mit Plaudereien am Bratwurststand und dem Gespräch unter Kollegen beim Glühwein. Es geht um Respekt für jene, die es im Leben nicht oder nicht dauerhaft geschafft haben, wie die Seniorin, die am Polizeipräsidium in Abfalltonnen nach Pfandflaschen sucht.