Die Fatih-Moschee zelebrierte wieder ihr zweitägiges Frühlingsfest und lud dazu Vereinsmitglieder, befreundete Muslime und Wülfrather aller Nationen ein Moscheeverein zeigte beim Frühlingsfest seine Offenheit für alle Nationen und Geschlechter

Wülfrath · Das Frühlingsfest an der Fatih-Moschee lockte zwei Tage lang unzählige Besucher auf das Gelände an der Lindenstraße.

Vorsitzender Yildiz Ismail, seine Stellvertreterin Edanur Ulusoy und Vorstandsmitglied Halime Mine Cetin freuen sich über ein gelungenes Frühlingsfest.

Vorsitzender Yildiz Ismail, seine Stellvertreterin Edanur Ulusoy und Vorstandsmitglied Halime Mine Cetin freuen sich über ein gelungenes Frühlingsfest.

Foto: Jasmin Janson

„Wir sind alle Wülfrather und Wülfratherinnen, die zusammen zur Kita, zur Schule oder zur Arbeit gehen. Wir wollen miteinander und nicht nebeneinander leben. Es ist einfach wunderbar, dass wir zum Frühlingsfest eingeladen sind. So kommen wir nochmal ganz anders in Kontakt“, freut sich Gabriele Garthe von der Fachstelle für Kinderschutz.

Die Fatih Moschee ist der Wülfrather Mittelpunkt für Muslime. Der Moscheeverein veranstaltete traditionell sein Frühlingsfest auf dem Gelände an der Moschee auf der Lindenstraße, zu dem nicht nur Muslime geladen waren. „Jeder aus dem Verein kommt vorbei, aber die Türen stehen für alle Nationen offen. Alle sind eingeladen. Wir freuen uns über jeden, der mit uns feiern möchte“, unterstreicht die zweite Vorsitzende des Moscheevereins, Edanur Ulusoy. Vereinsmitglieder, befreundete Muslime sowie zahlreiche Wülfrather und Wülfratherinnen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen sitzen zusammen.

„Wir arbeiten mit dem Jugendamt, also der Stadt Wülfrath, der evangelischen Kirche, ja sogar mit Feuerwehr und Polizei zusammen, um vor allem den Kindern Angebote zu schaffen“, bestätigt der Vorsitzende, Yildiz Ismail, dem besonders das Wohl der Kinder am Herzen liegt. „Die Stadt kommt sogar vorbei, beantwortet Kindern und Eltern fragen, informiert und zeigt Möglichkeiten auf. Die Zusammenarbeit ist einfach hervorragend“, unterstreicht Ismail.

Das Jugendamt arbeitet seit einem halben Jahr vermehrt mit dem Wülfrather Moscheeverein zusammen. „Wir beraten und klären über verschiedenen Themen auf. Das Gütesiegel für den Kinderschutz, der Umgang mit Medien oder berufliche Perspektiven sind da nur einige zentrale Aspekte“, überlegt die Jugendamtsleiterin Bärbel Habermann. „Kinder beschäftigen sich alle mit den gleichen Themen und stellen die gleichen Fragen – egal mit welchem kulturellen oder religiösen Hintergrund“, weiß Habermann.

Durch die Straßen zieht der Duft von Grillfleisch. Während engagierte Helfer hinter dem Grill stehen und heiße türkische Spezialitäten und herzhafte wie auch süßen Backwaren über die Theke reichen, tauschen sich die eintrudelnden Gäste aus, lachen zusammen und genießen das Zusammenkommen. „Jeder der möchte, bereitet etwas vor, bringt etwas mit oder packt einfach so mit an. Völlig zwanglos, aber jeder bietet Hilfe an“, merkt Ulusoy an.

Wärmender türkischer Tee, Fisch, Hackfleischspieße im Teigmantel, Döner, Pfannengerichte und vieles mehr locken schon von weitem neugierige Wülfrather an. „Das ist schon etwas Besonderes hier. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen“, verraten Garthe und Habermann, die sich gleich etwas zu Essen für zu Hause einpacken.

Frauen übernehmen im Moscheeverein vermehrt Verantwortung und Ämter.

„Wir freuen uns schon lange im Voraus auf das Frühlings- und Herbstfest, denn wir kommen alle zusammen, haben zwei Tage lang ein schönes Fest mit gutem Essen und jede Menge Spaß“, freut sich die junge stellvertretende Vorsitzende über die gelungenen Vorbereitungen. Die gelernte zahnmedizinische Fachangestellte ist bereits seit ihrem siebten Lebensjahr im Moscheeverein. „Es hat alles angefangen mit dem Koranunterricht, zu dem mich meine Eltern gebracht haben“, erinnert sich Ulusoy, die mit einigen Vereinsmitgliedern zusammen großgeworden ist. „Ich kenne viele von klein auf.“

Als stellvertretende Vorsitzende ist sie überwiegend für Kinder und Jugendliche zuständig. „Ich gebe nicht gerne Befehle, das überlasse ich unserem Vorsitzenden“, zeigt sich Ulusoy bescheiden. Die 23-Jährige kümmert sich um Veranstaltungen und agiert als Ansprechpartnerin für die Mitglieder des Vereins. Vor zwei Jahren hat Ulusoy das Amt übernommen. „Ich habe mich für die Stelle interessiert. Unser Vorsitzender war von meinem Vorschlag gleich überzeugt. Nachdem ich mich im Vorstand vorgestellt habe, wurde ich einstimmig angenommen“, ist Ulusoy stolz.

„Das Amt der Vorsitzenden war bislang in Männerhand. Zum ersten Mal sind auch Frauen vertreten. Es ist ein schönes Gefühl, als Frau diese Position zu haben und Verantwortung tragen zu dürfen“, gibt Ulusoy zu, die keine Ausnahme ist. „Unsere Frauengruppe hat schon seit Jahren eine Frauenvorstandsvorsitzende, die sich um Vorbereitungen kümmert. Sie macht ihre Arbeit gut und wird auch immer wieder gewählt.“ Auch Halime Mine Cetin ist engagiertes Vorstandsmitglied. „Wir machen vieles zusammen und helfen uns gegenseitig. Zum Beispiel beim Verkauf“, verrät die Vorständin.

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