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Förderung von Kindern im Haus der Bildung von Anfang an

Kinderförderung : Das neue Haus der Bildung wird geplant

Mehrheit in Ausschüssen stimmt Bau von Kita, Schule, Turnhalle und Quartiersgarage zu.

Der Bau eines Hauses der Bildung mitsamt Grundschule, Kita, Turnhalle und einer zusätzlichen Quartiersgarage auf dem städtischen Schulgrundstück Hofstraße kann geplant werden. Auf Basis der aktualisierten Bedarfsmeldungen hat das Zentrale Gebäudemanagement nun Raumprogramm, Kostenrahmen und Termine an den neuen Projektstand angepasst. Die Mehrheit in den beiden Unterausschüssen Ausbau Kindertagesbetreuung und Schulbau und -sanierung hat in einer gemeinsamen Sitzung am Mittwochnachmittag dem Vorhaben zugestimmt. Gegen die Stimmen der CDU, die mit einem alternativen Antrag das Gesamtkonzept „Haus der Bildung“ noch zu kippen versucht hatte.

Individuelle Förderung von
Kindern hat oberste Priorität

 Das „Haus der Bildung“ verfolge mit seinem pädagogischen Konzept die individuelle Förderung der Kinder von Anfang an, systematisiere die Übergänge von der Kita in die Offene Ganztagsgrundschule, stärke Eltern und Familien mit einem bedarfsgerechten Beratungs- und Bildungsangebot in Fragen der Erziehung, Bildung und Gesundheit und verzahne die Akteure im Sozialraum miteinander, betonte Ina Spanier-Oppermann für die Sozialdemokraten im Vorfeld der Abstimmung. Das pädagogische Konzept ist am 14. und 29. Mai in beiden Unterausschüssen diskutiert und mehrheitlich beschlossen worden. Deshalb war es am Mittwoch in der bald 45-minütigen Diskussion kein großes Thema mehr.

„Im Krefelder Stadtbezirk Mitte fehlt es sowohl an Betreuungsplätzen in Kitas als auch an wohnortnahen Schulplätzen“, erklärt Dezernent Markus Schön. Darin sind sich noch alle Parteien einig. Insgesamt fehlen 1660 Kita-Plätze und in den nächsten fünf Jahren braucht die Stadt 1000 neue Plätze in Grundschulen. „Das geht nicht ohne Neubauten“, betont Schön.

An der Hofstraße sollen nach Abriss von alten Schul- und Nebengebäuden eine neue Schule, inklusive Pausenhof, Mensa, Küche und Verwaltung, eine Einfachturnhalle mit multifunktionalem Sportbereich, eine sechsgruppige Kita, inklusive Außengelände, Familienzentrum und Kindertagespflege, sowie eine eingeschossige, unterirdische Quartiersgarage für mindestens 100 Plätze entstehen. Der Kostenrahmen einschließlich Preissteigerung und Risikozuschlag von 40 Prozent liegt laut Stadt bei 49,7 Millionen Euro.

Angesichts des nach den Ferien zu verabschiedenden Haushalts wollte die CDU wegen der hohen Investitionssumme nur dem Neubau der Schule und des Familienzentrums zustimmen. Eine neue Kita soll danach beispielsweise hinter dem Areal des Nordbahnhofs gebaut werden. Die so möglicherweise einzusparenden Mittel könnten laut CDU zur Finanzierung anderer Ausbaumaßnahmen an Grundschule eingesetzt werden. Oberbürgermeister Frank Meyer als Ausschussvorsitzender erinnerte daran, dass der Ausbau von Schulen und Kitas oberste Priorität in Krefeld habe und durch das gemeinsame Planen und Bauen finanzielle Synergien erzielt werden, anders als bei einzelnen Bauvorhaben. Eine weitere Nachfrage bei der CDU von seiner Seite machte deutlich, dass es nicht nur finanzielle, sondern auch konzeptionelle Bedenken gibt. Stefanie Neukirchen (CDU): „Wir wollen nicht das ,Haus der Bildung’, organisatorisch ist das nicht leistbar.“ Die politische Mehrheit sieht das anders.