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Summer Jam: Die neue Marley-Generation

Summer Jam: Die neue Marley-Generation

Festival: Am Fühlinger See in Köln begeisterten junge Musiker-Talente aus Deutschland und aus der Karibik 25 000 Reggae-Fans.

Köln. Die multi-nationale Formation Culcha Candela gehört beim Summer Jam am Fühlinger See fast schon zu den alten Hasen. Seit drei Jahren sind die Berliner Stammgäste beim größten Reggae-Festival Europas und sorgen dafür, dass dieses auch im 23. Jahr nicht auf der Stelle tritt.

Waren es früher die Legenden des Roots-Reggae, die das Geschehen dominiert haben, tummeln sich heute HipHop-Stars genauso auf den beiden Bühnen wie Weltmusiker oder Soul-Größen. Und das alles passiert, ohne dass die Ursprünge des Festivals an den Rand gedrängt werden. Das zeigt auch der Blick ins Publikum, wo junges Party-Volk mit alten Rasta-Anhängern die Künstler bejubelt.

Bei Culcha Candela, die am Freitagabend auf der großen Bühne ihre Freiluftparty feiern, kommen Rock, HipHop, Latin und Reggae zusammen und entwickeln sich zu dem Klang, mit dem die Band Megahits wie "Hamma" landet. Dort, wo sonst die Bühne eher puristisch ausgestattet ist, setzen die Musiker aus fünf Nationen mit ihrer perfekten Choreografie und dem stylischen Bühnenbild inklusive Konfetti-Regen neue Akzente.

Zu den erfolgreichsten jungen deutschen Musikern zählt mit Sicherheit Patrice, der mit "Free-Patri-Ation" bereits sein viertes Album veröffentlicht hat, das so kunstvoll wie seine Vorgänger durch die Stile gleitet. Dem Kerpener gelingt es, am Samstagabend auf der großen Bühne auch mit leisen Tönen sein Publikum zu erreichen. Nur von einer Akustikgitarre begleitet, verzaubert er seine Anhänger mit wunderschönen Liebesballaden, die er genauso beherrscht wie den energiegeladenen Reggae-Sound.

Es sind nicht nur einheimische Bands, die beim Summer Jam an diesem Wochenende für neuen Schwung sorgen. Auch Jamaika hat als Ursprungsland von Reggae, Ragga und Dancehall reichlich Neues für die 25 000 Besucher zu bieten. Dazu zählt die neue Dancehall-Queen Cecile, die als Tochter eines jamaikanischen Bürgermeisters dem Publikum mit nach vorne gehenden Rhythmen und sehr direkten Texten als "Bad Girl" mächtig einheizt.

Als eines der großen Talente der jungen Dancehall-Szene beweist sich in Köln Busy Signal. Seine Einflüsse reichen von Reggae über Gospel bis zum Hiphop. Mit Songs wie "Nah Go A Jail" prägt der 25-Jährige den aktuellen, langsameren Stil der Dancehall entscheidend, der seinen Texten, mit denen er das nicht immer leichte Leben auf Kingstons Straßen beschreibt, Raum zur Entfaltung gibt.