Newcomer Verträumter Indie-Pop auf Französisch und Englisch

Düsseldorf · Die Journalisten Bianca Hauda und Marco Voltaire haben Studïo Bleu gegründet. Inspiriert wurden sie auf Reisen.

 Bianca Hauda und Marco Voltaire wollen im Sommer mit Studïo Bleu auf Tour gehen, dabei auch Konzerte im Bergischen geben.

Bianca Hauda und Marco Voltaire wollen im Sommer mit Studïo Bleu auf Tour gehen, dabei auch Konzerte im Bergischen geben.

Foto: Schwartz, Anna (as)

Die Liebe zur Musik teilen Bianca Hauda und Marco Voltaire seit Jahren. Anfangs spielten die beiden Journalisten nur nach Feierabend. Auf dem Sofa, bei einem Glas Rotwein. 2018 machten sie ernst, gründeten das Duo Studïo Bleu. Blieben damit zunächst im Verborgenen – bis jetzt. Denn Ende Januar veröffentlichten sie ihre erste Single.

„When I Dream About You“ ist ein Popsong, der modern und verträumt klingt, durch seine Einfachheit überzeugt, sich im Kopf festsetzt. Ein Lied, das eine Weltoffenheit offenbart. Und die kommt nicht von ungefähr. Denn inspiriert werden die gebürtige Remscheiderin und der gebürtige Berliner auf Reisen, von denen es in den vergangenen Jahren einige gab. Privat und beruflich bedingt. „Marco hat zuletzt in New York gearbeitet, wo ich ihn alle zwei Wochen besucht habe“, erklärt Bianca Hauda. Lange Abende in kleinen Fischerkneipen im Szeneviertel Red Hook hätten maßgeblich zum Entschluss beigetragen, Studïo Bleu zu gründen. „Die Atmosphäre dort ist einfach unglaublich“, schwärmt die 36-jährige Sängerin, die viele Jahre die 1Live-Sendung Plan B moderiert hat.

Mit ihrer Musik wollen die beiden einen Gegenpol zu den aktuellen Songs in den Charts bilden. „Auch mal die Regeln brechen“, sagt Marco Voltaire. Das fange bereits bei der Sprache an. „Eine Deutsche, die Französisch mit Akzent und Englisch singt, gibt es bisher nicht“, betont Hauda. Und wer die Geschichte der beiden kennt, weiß, dass die Auswahl kein Zufall ist. Voltaire ist in Frankreich aufgewachsen, kennt die Vorlieben und Sorgen der Franzosen, „hat dadurch auch einen anderen Blick auf das Land“, sagt Hauda. Während sie recht naiv nur die schönen Seiten Frankreichs sehen könne, blicke ihr Companion und Lebensgefährte eben auch auf die Probleme. Perfekte Voraussetzungen, um sich als Duo zu ergänzen. Und das hört man auch der Musik an.

Der Bandname entstand eher durch Zufall

Die Affinität zu Frankreich hat sich am Ende auch im Bandnamen niedergeschlagen. Wobei der eher durch Zufall entstand. „Wir haben Demos aufgenommen und diese nach dem Ort benannt, an denen sie entstanden sind“, erinnert sich Voltaire. Den Dateititel „Studïo Bleu“ – ein Probenraum in Paris – hat Produzent Wolfgang Stach aus den Kölner Maarwegstudios gesehen und gleich für den Bandnamen gehalten. „Für ihn waren wir sofort Studïo Bleu. Also haben wir den Namen übernommen“, sagt Hauda. „Weil es zu uns passt.“

Gepasst hat auch die Zusammenarbeit mit der Fabulous Agency, die das erste Musikvideo mit Studïo Bleu gedreht hat. Ort des Geschehens war wiederum New York. Das Video soll in den nächsten Wochen veröffentlicht werden. Und dann steht noch die Planung der ersten kleinen Tour an, die zunächst in Frankreich beginnen soll. Aber auch ein Gastspiel im Bergischen Land ist geplant. Vorstellen können sich Voltaire und Hauda etwa einen Auftritt in der Wuppertaler Utopiastadt – vielleicht sogar mit anschließender Clubtour im Städtedreieck. Oh lá lá.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Meinungsfreiheit unter Druck
Der Wuppertaler Ex-Vorwerk-Chef Jörg Mittelsten Scheid macht sich Sorgen um die „verblassende Demokratie“ Meinungsfreiheit unter Druck
Aus dem Ressort