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Ringo träumt von „love and peace“

Ringo träumt von „love and peace“

Ex-Beatle spielt mit seinen „All Starrs“ in Düsseldorf.

Düsseldorf. Er sieht weder so aus, noch bewegt er sich wie ein 71-Jähriger: Ringo Starr, als Schlagzeuger der Beatles bekanntgeworden, hüpft wie ein Jungspund über die Bühne, wirbelt hinter seinem Schlagzeug und frotzelt mit dem Publikum. Am Sonntag war er mit seiner All-Starr-Band zu Gast in der Mitsubishi Electric Halle (früher Philipshalle).

Dort herrscht Wohnzimmer-Atmosphäre. Nur 1800 Zuschauer sind gekommen, um den ehemaligen Drummer der Pilzköpfe zu sehen — vor allem Langzeit-Fans, die die Beatles-Ära der 60er Jahre wohl selbst noch miterlebt haben.

Mit dem Gongschlag 20 Uhr läuft der Starr des Abends zum Opener „It don’t come easy“ mit getönter Brille, schwarzem Sakko und schwarzem T-Shirt auf die Bühne. Ein Großteil des Publikums springt sogleich auf, singt mit, feiert die Legende.

Diese bietet während der nächsten zwei Stunden einen Querschnitt aus dem gesamten Schaffen ihres Musikerlebens. Neben „The other side of Liverpool“ und „Peace Dream“ von seiner letzten Veröffentlichung „Y Not“ spielt Starr vor allem Klassiker seiner Solo-Karriere und Beatles-Singalongs. Egal ob „Photograph“ oder „Back off Boogaloo“, die Beatles-Nummern „Boys“, „Act Naturally“ oder „Yellow Submarine“ — das Publikum ist begeistert von so viel Ringo.

Starr ist mal als Schlagzeuger, mal als Sänger mit Leidenschaft bei der Sache, fordert „peace and love“ vom Publikum und reckt seine zum V gespreizten Finger in die Höhe. Doch nicht nur Starr selbst, auch seine Bandmitglieder dürfen glänzen: Rick Derringer (McCoys), Gary Wright (Spooky Tooth), Richard Page (Mr. Mister), Wally Palmer (The Romantics) und Edgar Winter spielen die größten Hits ihrer Karriere.

Abwechslung pur, die Ringo mit seinen Freunden bietet. Die erscheinen bestens aufeinander abgestimmt und präsentieren Rockmusik vom Feinsten. Natürlich liegt hier eine Menge Nostalgie in der Luft, aber mindestens ebenso viel Klasse. Derringer hämmert mitreißende Gitarrensoli in die Saiten, der exzentrische Winter profiliert sich an Saxofon und Keyboard.

Ohne Zugabe verabschiedet Starr sich schließlich mit einem Medley aus „With a little Help“ und — natürlich — „Give Peace a Chance“ vom Publikum.