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Opern-Ehe in der Krise

Opern-Ehe in der Krise

Duisburg muss sparen. Das hat auch Folgen für Düsseldorf.

Düsseldorf/Duisburg. Die finanziell klamme Ruhrgebietsstadt Duisburg muss der Bezirksregierung bis zum 30. Juni einen Haushaltssanierungsplan vorlegen. Im Vorfeld jedoch wollen sich die Kulturverantwortlichen aus Duisburg und Düsseldorf zusammensetzen, denn die seit 1956 bestehende Kooperation steht auf dem Spiel: die Zukunft der gemeinsamen Oper.

Schon jetzt ist deren Finanzierung im Ungleichgewicht. Düsseldorf trägt mit 24 Millionen Euro den Löwenanteil des Jahres-Etats, Duisburg gab bislang elf Millionen Euro. Bereits vor zwei Jahren jedoch kam angesichts maroder Schulen und Schwimmbadschließungen aus Duisburgs Stadtverwaltung der Vorschlag, für die Oper künftig 2,5 Millionen Euro weniger auszugeben. Stefanie Paul von der Bezirksregierung bestätigte: „Auch wir sehen da Einsparpotenzial, geben das aber nicht vor.“

Seit 2010 kursiert die Summe auch durch sämtliche Gremien in Düsseldorf, wo man nun gespannt ist, welche Lösung aus dem Ruhrgebiet kommt. „Duisburg muss sich zu seiner Oper bekennen“, fordert der Düsseldorfer Kulturdezernent Hans-Georg Lohe. Christoph Meyer, Generalintendant der Oper Düsseldorf/Duisburg, hat alle Fraktionen in Duisburg abgeklappert und für den Fortbestand der Opern-Ehe geworben.

Dass die wohlhabende Landeshauptstadt finanziell erneut einspringt, ist unwahrscheinlich. „Das kommt nicht in Frage“, sagt Friedrich Conzen, CDU-Fraktionschef, Bürgermeister und Vorsitzender des Kulturausschusses. „Düsseldorf hat alle Tariferhöhungen übernommen. Mehr geht nicht.“

Im Juli wäre der letzte Termin, um die Opern-Kooperation aufzukündigen. Diese Frist soll bis Oktober verlängert werden. „Man darf nicht vergessen, dass Duisburg zurzeit keinen Oberbürgermeister hat, der eine Richtung vorgibt“, sagt Conzen.