Gema bevorzugt Musikstars

Gema bevorzugt Musikstars

Der Großteil der Einnahmen wird nur an fünf Prozent aller Mitglieder ausgeschüttet.

München. Erst die Diskothekenbetreiber, jetzt die Veranstalter und kleinen Künstler. Die Gema steht im Kreuzfeuer der Kritik.

Laut Medienberichten kassieren fünf Prozent aller Mitglieder 65 Prozent der Gelder. „Die Veranstalter bezahlen, aber bei den Künstlern kommt nichts an“, sagt Monika Bestle, Veranstalterin einer Kulturwerkstatt im Allgäu, die den Verein einen „Geheimbund“ nennt, der „hinter verschlossenen Türen“ tage.

Die Mitgliedschaft bei der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte folge dem Prinzip: Wer mehr verdient, steigt auf, berichtet die „Frankfurter Rundschau“.

Rund 55 000 der 65 000 Komponisten, Dichter und Verleger sind in den Ausschüssen, die über die Verteilung entscheiden, praktisch nicht vertreten. Im Aufsichtsrat sitzen ausschließlich erfolgreiche Künstler.

Mit Urhebern, deren Rechte in diesen schwierigen Zeiten vertreten werden müssten, sind laut höheren Gema-Kreisen 3400 exklusive Mitglieder gemeint.

„Wenn ein Stück einer Newcomerband im Radio gespielt wird, verdient die Band so viel wie ein Rockstar“, sagt hingegen Jürgen Bandhorst, Direktor der Abrechnungsabteilung. Es zähle, wie oft und wo ein Titel gespielt werde.

Musiker und Autor Sven Regener fordert dennoch eine gerechtere Bezahlung: „Die Gema sind letztendlich wir.“

Trotz aller Kritik sorgt die Organisation dafür, dass auch die Menschen hinter den Kulissen für ihre Arbeit bezahlt werden. Die Fronten klärt das aber noch lange nicht. dpa/Red

Mehr von Westdeutsche Zeitung