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Festival „Musik in den Häusern der Stadt“: Das Konzert im Esszimmer

Festival „Musik in den Häusern der Stadt“: Das Konzert im Esszimmer

Beim Festival „Musik in den Häusern der Stadt“ macht erstmals auch ein Düsseldorfer mit.

Düsseldorf. Die Akustik ist akzeptabel, die Größe mit 30 Quadratmetern knapp bemessen, die Lage mitten in der Düsseldorfer Innenstadt perfekt — alles in allem ein guter Konzertort. Die Rede ist allerdings nicht von einem kleinen Saal, sondern von Johannes Lörpers Esszimmer.

Denn am Samstag verwandelt sich diese Räumlichkeit in eine Bühne, auf der sich der Klarinettist Nicolai Pfeffer und vier Streicher ihrem Publikum präsentieren. Gespielt werden Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Carl Maria von Weber.

Der Versicherungsmanager ist bislang der einzige Privatier in Düsseldorf, der seine Wohnung im Rahmen des Festivals „Musik in den Häusern der Stadt“ für ein Konzert zur Verfügung stellt. In anderen Städten wie Köln, Bochum, Essen oder Hamburg hat sich diese Konzertreihe, die es schon seit 15 Jahren gibt, dagegen längst etabliert. Es gibt jede Art von Musik zu hören, sei es Klassik, Jazz, Tango, Pop oder Soul.

Lörper, der seit einem Jahr mit seiner Frau Bettina in der Landeshauptstadt wohnt, ist Wiederholungstäter. Er hat auch schon seine vorherigen Wohnungen in Köln und Hamburg zum Konzertsaal umfunktioniert. „Ich mag Musik am liebsten, wenn sie live gemacht wird“, beschreibt der 59-Jährige, der selbst Saxofon und Querflöte spielt, seine Intention.

Doch wie wird man für einen Abend Konzertveranstalter? Interessierte können sich an die Kölner Privatinitiative Kunstsalon wenden. Der künftige Gastgeber hat Einfluss auf die Musikrichtung, die bei ihm gespielt wird. „Man kann schon sagen, ob man beispielsweise eher etwas Jazziges mit Saxofon oder Soul-Musik hören möchte“, erklärt Lörper. Da es beim vorigen Mal ein Jazz-Konzert gab, hat er sich diesmal etwas Klassisches mit Klarinette gewünscht.

Deshalb hat er jetzt den Klarinettisten Nicolai Pfeffer zu Gast. Den jungen Musiker kennt der Versicherungsmanager allerdings noch nicht: „Ich habe bislang nur einmal mit ihm telefoniert.“

Um 17 Uhr am Samstag werden der Musiker und seine vier Kollegen das erste Mal ihren Auftrittsort besichtigen, kurz proben und dann um 20 Uhr vor maximal 40 Leuten spielen. Kommen kann jeder. Und da das Festival in Düsseldorf nicht so bekannt ist, gib es noch freie Plätze. Der Eintritt kostet 18 Euro, die Karte muss über den Kunstsalon bestellt werden.

Auch für den Gastgeber ist die Darbietung nicht umsonst. Er trägt einen Teil der Kosten, denn die Musiker bekommen Gage. Schließlich gehe es darum, sie zu fördern und ihnen die Möglichkeit zu geben, vor Publikum zu spielen, sagt Lörper.

Bis Samstag hat der 59-Jährige einiges zu erledigen. Er muss das Esszimmer ausräumen, für Getränke sorgen und Stühle mieten. Aufgeregt ist er nicht, dass Fremde ins Haus kommen. Oft wüssten die Gäste des Privatkonzerts aber nicht so recht, wie sie sich verhalten sollten. „In Hamburg haben wir sogar Blumen als Gastgeschenk bekommen.“