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Blutzbrüdaz-Hauptdarsteller Sido: „Mein Humor kommt bei den Leuten anscheinend an“

Blutzbrüdaz-Hauptdarsteller Sido: „Mein Humor kommt bei den Leuten anscheinend an“

Der Berliner Rapper Sido über seinen ersten Kinofilm „Blutzbrüdaz“, seine Angst zu Scheitern und die Kunst, bewusst witzig zu sein.

Berlin. Als Rapper wurde Sido bekannt, nun spielt der Berliner Musiker in dem Film „Blutzbrüdaz“ seine erste Hauptrolle. Dabei hat der 31-Jährige so gut wie keine Schauspielerfahrung.

Sido, im Film geht es vor allem darum, sich selbst und seinen Zielen treuzubleiben. Konnten Sie das in Ihrem Filmprojekt auch umsetzen?

Sido: Es waren sehr viele Leute beteiligt, und sehr viele Leute haben sich dadurch, dass sie Geld gegeben haben, Mitspracherecht erkauft. Wir hatten aber das Glück, dass wir komplett freie Hand hatten — die Autoren, der Regisseur und ich. Was natürlich eine Riesen-Nummer ist, weil das Risiko so groß ist: Du besetzt erst mal die zwei Hauptrollen — die beiden Blutzbrüdaz — mit zwei Laien. Und dann lässt du so einen großen Film von Özgür Yildirim drehen, der bis jetzt auch nur einen Kinofilm gedreht hat. Dafür, dass das so ein Risiko war, haben die Leute tatsächlich herzlich wenig reingeredet.

Was antworten Sie Leuten, die sagen: „Oh Mann, nicht schon wieder ein Rapper, der jetzt auch noch einen Film drehen will“?

Sido: Ich hoffe, man merkt, dass ich das sehr ernst nehme und nicht einfach nur mal schnell einen Film mit meinem Namen machen möchte. Und ich möchte auf keinen Fall einem Schauspieler, der seinen Schweiß und sein Blut dafür gegeben hat, Schauspieler zu sein, den Platz im Kino nehmen, nur weil ich Sido bin. Ich möchte diesen Platz im Kino haben, weil ich das kann und weil die Leute glauben: „Das ist ein schöner, guter Film und er hat seinen Job gut gemacht“. Das ist mir sehr wichtig.

Ist es tatsächlich das erste Mal, dass Sie geschauspielert haben?

Sido: Ich hab schon mal in der Schule etwas gespielt. Ich glaube aber nicht, dass mich das auf das vorbereitet hat, was dann in dem Film passiert ist. Ich habe mich im Vorfeld einmal mit einem Schauspieltrainer getroffen und zwei Stunden mit ihm unterhalten. Der Tenor war aber: Wir brauchen uns nicht mehr wiedersehen, du kriegst das hin.

Hatten Sie keine Bedenken vor dem Dreh?

Sido: Doch, ich hatte natürlich Bedenken. Ich habe jedem Beteiligten gesagt: Falls ihr mitkriegt, dass ich das nicht hinkriege, lasst uns das bitte abbrechen und dann üben wir lieber noch mal. Aber immer wieder wurde mir gesagt „Du machst das ganz gut“. Ich hab jetzt den Film auch schon mal gesehen, und ich muss sagen, ich bin da viel kritischer als die Herrschaften.

Der Film hat einen ganz eigenen Humor — ist es schwer, bewusst witzig zu sein?

Sido: In erster Linie ist der Film nicht als Komödie geschrieben worden. Das meiste, was in dem Film witzig ist, ist nicht so gedacht gewesen, sondern einfach witzig geworden. Aber trotzdem hab ich es schon in der Schule früh gemerkt, dass ich Leute zum Lachen bringen kann. Anscheinend kommt meine Art von Humor bei den Leuten an.