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Ausstellung: Exponate nur im Netz

Ausstellung: Exponate nur im Netz

Das NRW Forum zeigt das Internet als Plattform für Videoclips.

Düsseldorf. Vor fast 30 Jahren, am 1. August 1981, ist MTV auf Sendung gegangen. Um genau Null Uhr, hat der Musiksender mit dem Clip „Video killed the Radio Star“ von der Band The Buggles die Ära der Musikvideos im Fernsehen eingeläutet.

Heute ist MTV nur noch eine Randerscheinung, ein Bezahlsender. Musikvideos im TV sind zur Seltenheit geworden. Sie haben ihren Platz im Internet gefunden — und dort können nicht nur die Stars selbst ihre Videos veröffentlichen, sondern jedermann. Mit „Internet killed the Video Star“ widmet das Düsseldorfer NRW Forum diesem Phänomen eine Ausstellung.

In der virtuellen — also nur im Internet zu besuchenden — Ausstellung dreht sich alles um die Nachfolgende Generation der MTV-Ästhetik. „Heute sitzen die Fans nicht mehr vor dem Fernseher und warten, dass ihr Lieblingsclip läuft. Sie sehen ihn im Internet. Und das Interessante ist, dass Fans eigene Videos machen“, sagt Forums-Leiter Werner Lippert.

Denn seit YouTube, dem größten Portal für Videos im Netz, MyVideo und Co. ist es per PC oder internetfähigem Handy immer und überall möglich, eigene Videos ins Netz zu stellen.

In sechs virtuellen Räumen zeigt die Ausstellung rund 50 Clips. „Darunter sind Fanvideos, aber auch kritische oder satirische Auseinandersetzungen mit Musik. Teilweise sind die Videos sehr professionell gemacht“, sagt Lippert.

In jedem Raum gibt es eine Erklärung, in welchem Themengebiet sich der Besucher gerade befindet. Der Raum „Cover Version“ zeigt Videos, in denen Hobbysänger sich an die Lieder von Stars wie Adele, Tracy Chapman oder den Beatles wagen. Der Raum „Stop Motion“ zeigt animierte Filme, zum Beispiel ein Fanvideo in dem Playmobilmännchen als die Band Joy Division das Lied „Transmission“ spielen.

Momentan bräuchte man für einen kompletten virtuellen Rundgang durch die kostenlose Ausstellung etwa 150 Minuten. Doch dabei soll es nicht bleiben, denn am Ende der Ausstellung kommt man auf eine Facebook-Seite mit dem Aufruf, eigene Videos einzustellen. So soll die Ausstellung ständig weiterentwickelt werden und nie enden.