Karl Hugo Schmölz: Treppen fast bis in den Himmel

Karl Hugo Schmölz: Treppen fast bis in den Himmel

Monografie über den Fotografen Karl Hugo Schmölz erschienen.

Wuppertal. 1956 wurde mit einer Festaufführung von Paul Hindemith das Opernhaus in Wuppertal-Barmen wiedereröffnet. Der ursprüngliche Bau des Kölner Architekten Carl Moritz war im Zweiten Weltkrieg fast ganz zerstört worden.

Nun entstand in alter Hülle ein Bauwerk im Geist der 1950er Jahre, leicht luftig und grandios. Ein Treppenhaus fast bis in den Himmel. Ein Fotograf, der das richtige Auge für diesen Stil hatte, war Karl Hugo Schmölz (1917-86). Ihm widmet der Schirmer/Mosel-Verlag nun die erste Monografie.

Schmölz dokumentierte im Wirtschaftswunderland Deutschland den formvollendeten Stil der 50er und 60er Jahre. Das Wuppertaler Opernhaus entstand als eine der ersten Bühnen nach dem Krieg wie ein Phönix aus der Asche. Inzwischen generalüberholt, ist es ein Glanzstück im Innern, das unter Schutz steht.

Der Fotograf war ein Freund unter Freunden wie August Sander, Hugo Erfuhrt und Werner Mantz, allesamt Künstler im Geist der Neuen Sachlichkeit. Schon Vater Schmölz hatte als Fotograf gearbeitet.

Nach seinem Tod im Jahr 1938 führte sein Sohn das Geschäft weiter. 1958 gründete er mit seiner Frau, der Modefotografin Walde Huth, das Kölner Studio Schmölz + Huth. Dort volontierte auch Candida Höfer, bevor sie bei Bernd Becher in Düsseldorf studierte und die ästhetischen Reize der Räume auf eigene Weise einfing. Bei Schmölz wie Höfer wirkt die Architektur stets lichtdurchlässig.

Die Glasplatten-Negative von Schmölz sind erhalten und befinden sich heute im Besitz des Fotografen Wim Cox, der Anfang der 70er Jahre auch die Fotowerkstatt von Schmölz erwarb.

Karl Hugo Schmölz, 176 S., 127 Bildtafeln, 49,80 Euro

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