„Framing Manual“ bei der ARD: "Empfehlungen dienen als Denkanstoß"

Drei Fragen an Susanne Pfab : „Framing Manual“ bei der ARD: „Empfehlungen dienen als Denkanstoß“

Diskussionen hat das „Framing Manual“ schon ausgelöst, als es außerhalb der ARD noch kaum jemandem bekannt war. Die Generalsekretärin der ARD, Susanne Pfab, äußert sich dazu.

Frau Pfab, warum wurde das „Framing Manual“ in Auftrag gegeben?

Susanne Pfab: Als Medienunternehmen ist es für uns selbstverständlich, uns mit Sprache und ihrer Wirkung zu beschäftigen. Außerdem sind wir uns bewusst, dass wir breiter und verständlicher erläutern müssen, warum es den öffentlichen Rundfunk braucht und warum es gut ist, dass alle einen finanziellen Beitrag dazu leisten. Ein Aspekt war, sich auch die Forschung anzusehen. Daher hatten wir die Sprachforscherin Elisabeth Wehling gebeten, uns ihre Sicht zu erläutern. Daraus entstanden ist das „Framing Manual“, das wir als Arbeitsunterlage für interne Diskussionen über Sprache und deren Verwendung nutzen.

Zu welchen Ergebnissen kommt es?

Pfab: Wichtig ist, sich über die Wirkungen von Sprache bewusst zu sein. Das Papier sensibilisiert uns dafür, dass es ehrlicher ist, über unsere Sprache auch die Werte offenzulegen.

Wie wird mit diesen Ergebnissen gearbeitet?

Pfab: Die Empfehlungen von Dr. Wehling dienen uns als Denkanstoß, an denen man sich auch reiben kann und soll. Es ist ein Angebot an die Mitarbeitenden, sich mit dem Thema offen auseinanderzusetzen. Wie sie dann kommunizieren, ist jeder und jedem selbst überlassen. Der Titel des „Framing Manuals“ ist leider missverständlich. Insofern nehmen wir den Hinweis gerne auf und werden darauf achten, dass der Titel auch das sagt, was es ist: Anregungen aus sprachwissenschaftlicher Sicht für die Kommunikation.

Kritiker werfen Ihnen vor, durch Framing die Debatte über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu manipulieren.

Pfab: Diese Unterstellung ist heftig und funktioniert nur, wenn man die Ausarbeitung von Dr. Wehling mit einem Papier der ARD gleichsetzt. Unser Ziel der Befassung mit dem Thema Framing ist das Gegenteil: Wir kommunizieren ehrlich, indem wir die Werte offenlegen, für die wir stehen. Framing kann uns dabei helfen, den richtigen Rahmen für unsere inhaltlichen Fakten zu finden.

Mehr von Westdeutsche Zeitung