Zwölf Oscar-Nominierungen für „The King's Speech“

Zwölf Oscar-Nominierungen für „The King's Speech“

Los Angeles (dpa) - „The King's Speech“ und „True Grit“ - die Oscar-Juroren haben Blut geleckt. In diesem Jahr ziehen Filme ins Rennen um den wichtigsten Filmpreis, die von Machtkämpfen und Duellen handeln.

Ein stotternder König und ein versoffener Marshall, der im Wilden Westen einen Mörder jagt - das sind die neuen Stars für Hollywood. Jeder hatte es erwartet: Colin Firth sahnte mit seinem dramatischen Auftritt als britischer Monarch George VI. eine Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller ab. Die königliche Überraschung: Das packende Historiendrama „The King's Speech“ thront mit 12 Nominierungen an der Spitze der Oscar-Anwärter.

Als einäugiger, heruntergekommener Revolverheld ist ihm Jeff Bridges in „True Grit“ aber dicht auf den Fersen. Das düstere Western-Remake der Coen-Brüder, das im Februar die Berlinale eröffnet, schoss mit zehn Nominierungen auf den zweiten Platz vor.

Joel und Ethan Coen hatten schon mit ihrem brutalen Drama „No Country for Old Men“ (2008) vier Oscars gewonnen. Der Westernklassiker „Der Marshall“ - die Vorlage für „True Grit“ - brachte John Wayne 1969 den Goldjungen ein. Nominiert ist auch Hollywoods Neuentdeckung, die 14-jährige Hailee Steinfeld. Sie spielt das Mädchen Mattie, das den Mörder seines Vaters finden will.

Als drogensüchtiger Boxer in „The Figher“ kann Christian Bale auf einen Oscar als bester Nebendarsteller hoffen. Es ist eine von sieben Nominierungen für das düstere Familiendrama von Regisseur David O. Russell.

Mit reichlich Blutvergießen holte James Franco eine von sechs Anwartschaften für das Überlebensdrama „127 Hours“. Als eingeklemmter Kletterer muss er seinen Arm mit einem Taschenmesser amputieren. Der spanische Superstar Javier Bardem geht in „Biutiful“ als todkranker Vater ans Herz, die Oscar-Akademie würdigte das mit einer Nominierung als bester Hauptdarsteller.

In dem blutigen Intrigen-Reigen „Black Swan“ tanzte sich Natalie Portman als ehrgeizige Ballerina in die Herzen der Oscar-Juroren. Nicole Kidman wurde für ihre Rolle in „Rabbit Hole“ als verzweifelte Mutter nach dem Tod ihres Kindes nominiert. Jennifer Lawrence überzeugte in dem düsteren Familiendrama „Winter's Bone“ als mutiges jungen Mädchens auf der Suche nach dem verschwundenen Vater. Der Independent-Streifen, der im ländlichen Drogenmilieu spielt, hat gleich vier Oscar-Chancen. Nur Annette Bening bringt als lesbische Mutter in dem Beziehungsfilm „The Kids Are All Right“ etwas Leichtigkeit in das Rennen um den Darsteller-Oscar.

David Finchers Machtkampfdrama „The Social Network“ über die Gründung des sozialen Netzwerks Facebook hatte Mitte Januar bei der Verleihung der Golden Globes gleich vierfach Gold geholt, darunter für die Regie und als bester Film. Trotz der vielen Vorschusslorbeeren gab es jetzt „nur“ acht Oscar-Nominierungen, gleichauf mit Christopher Nolans „Inception“, einem Thriller über Träume.

Es kann noch viele Überraschungen geben, wenn Ende Februar die Oscars verteilt werden. Im vorigen Jahr beispielsweise trumpfte James Cameron mit „Avatar“ bei den Golden Globes auf. Bei den Oscars stahl im dann seine Ex-Frau Kathryn Bigelow mit „The Hurt Locker“ die Show.

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