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Wir kaufen einen Zoo: Ein großes Herz für Tiere

Wir kaufen einen Zoo: Ein großes Herz für Tiere

Matt Damon und Scarlet Johansson bringen einen kompletten Zoo auf Vordermann.

Düsseldorf. So burschikos, so wenig herausgeputzt und so natürlich hat man Scarlett Johansson bisher kaum gesehen. Breitbeinig und in schweren Schnürstiefeln bewegt sich die US-Schauspielerin in Cameron Crowes („Almost Famous — Fast Berühmt“) neuem Werk durchs Bild. Sie gibt eine Tierpflegerin, und sie arbeitet für und mit Matt Damon, dem völlig überforderten Zoobesitzer und zweiten Protagonisten des Films. Neben Damon und Johansson, den zugkräftigen Großstars, agieren darin Darsteller wie Thomas Haden Church („Sideways“) und Elle Fanning („Somewhere“).

Benjamin Mee (Damon) hat vor sechs Monaten seine Frau verloren und weiß noch immer nicht, wie es weitergehen soll. Also hängt er erst mal seinen Job als Abenteuer-Journalist an den Nagel und sucht eine neue Bleibe für sich und die zwei Kinder. Tatsächlich findet er ein traumhaftes Grundstück, 70 000 Quadratmeter im Süden Kaliforniens. Und natürlich gibt es einen Haken: Auf dem Anwesen befindet sich ein kompletter Zoo mit Fasanen und Zebras, Löwen und Tigern und einem störrischen, 750 Pfund schweren Grizzly-Bär.

Benjamin Mee aber setzt alles auf eine Karte. Wäre doch gelacht, wenn ausgerechnet er, der Spezialist für Abenteuer, dem abbruchreifen „Rosemoor Wildlife Park“ nicht zu neuer Blüte verhelfen sollte. Mee weiß die Crew des Tierparks an seiner Seite, angeführt von der resoluten Kelly (Johansson). Allerdings bekommt er es nicht nur mit seinem renitenten 14-jährigen Sohn zu tun, das ganze Projekt steht auch finanziell auf höchst wackeligen Beinen. Zudem ist an eine Neueröffnung des Parks nur zu denken, wenn auch der fiese Amts-Inspekteur mitspielt.

Bei „Wir kaufen einen Zoo“, der auf wahren Begebenheiten beruht, handelt es sich um einen in vielerlei Hinsicht familienfreundlichen Film (FSK-Freigabe ab 0): Gute Laune und Drama, Humor und pittoreske, von kalifornischer Sonne illuminierte Bilder — nur hier und da wird etwas zu dick aufgetragen. Mit prächtigen Tieren, einer rührenden Story und einigen schrägen Charakteren im Zoo-Team.

Und nicht einmal zwischen Damon und Johansson, den Hollywood-Stars, geht’s groß zur Sache, die eigentlich erwartbaren langweiligen Liebesszenen bleiben fast völlig aus. Was für den Film spricht und sein von Crowe mitverfasstes Drehbuch. Nur ab und zu beschleicht einen das Gefühl, der Regisseur hätte seinen Film gern um einiges rasanter und um einiges unkonventioneller angelegt.

Vor allem beeindruckt der ungewöhnliche Auftritt von Scarlett Johansson, die ja gerade auch mithilft, die Welt zu retten im famosen Marvel-Abenteuer „The Avengers“. Da allerdings, in der Rolle der Superheldin „Black Widow“, ist Johansson dem Erwartungsmuster entsprechend inszeniert: im engen schwarzen Kampf-Suit, mit wallendem, feurig rotem Haar. Man weiß, dass Johansson so etwas kann, umso mehr aber freut man sich über ihren Part im sympathisch chaotischen und liebenswerten Tierpark von Cameron Crowe.