Was Hollywood an Düsseldorf so fasziniert

Was Hollywood an Düsseldorf so fasziniert

Der Düsseldorfer „Dr. King Schultz“ aus „Django Unchained“ ist in aller Munde. Die Amerikaner lieben es urdeutsch.

Düsseldorf. Der Name ist etwas sperrig, der Umlaut „ü“ beschert Menschen in englischsprachigen Ländern einen Knoten in der Zunge. Und mit knapp 600 000 Einwohnern zählt die Stadt nicht zu den Metropolen. Dennoch ist Düsseldorf derzeit weltweit in aller Munde. Warum? Wegen Dr. King Schultz — alias Doppel-Oscarpreisträger Christoph Waltz. Denn der skurrile Kopfgeldjäger Schultz aus „Django Unchained“ ist nicht nur Zahnarzt, sondern vor allem Düsseldorfer.

„Düsseldorf, das klingt für viele Amerikaner einfach herrlich deutsch“, erklärte der Direktor des Düsseldorfer Filmmuseums, Bernd Desinger kürzlich in der „FAZ“. Eigentlich widerspricht das allen Regeln globaler Vermarktung. Worte müssen knapp und international aussprechbar sein. Das Wort Düsseldorf sperrt sich komplett dagegen. Anders als München und Köln, für die es mit Munich und Cologne auch internationale Varianten gibt, bleibt sich Düsseldorf überall treu. Und genau das macht für viele wohl den Reiz aus.

Dies ist wohl schuld daran, dass Düsseldorf immer wieder in weltweit erfolgreichen Filmen zur Sprache kommt. Einer der Bekanntesten: Der Klassiker „M — Eine Stadt sucht einen Mörder“ aus dem Jahr 1931 lief in Italien als „Das Monster von Düsseldorf“. Der Serienmörder Peter Kürten stand Pate. Im beliebten Kinderfilm „Charlie und die Schokoladenfabrik“ (2005) kommt die Hauptfigur, Augustus Glupsch, aus der heutigen NRW-Landeshauptstadt.

Während der Name gern genutzt wird, hat Hollywood Düsseldorf als Drehort aber noch nicht für sich entdeckt. Zwar wurden Teile von „Cloud Atlas“ am Dreischeibenhaus gefilmt, dann aber per Computer nach San Francisco verlegt. Bislang drehen dort meist deutsche Regisseure wie Wim Wenders und Dominik Graf.

Mehr von Westdeutsche Zeitung