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Ted: Ich glaube, mein Bär kifft

Ted: Ich glaube, mein Bär kifft

Stofftier „Ted“ ist quicklebendig — und ein Vollproll!

Düsseldorf. Jetzt mal Hand aufs Herz, die Herren. Irgendwann in der schemenhaften Frühphase unserer Existenz, gemeinhin Kindheit genannt, gab es diesen Schwur, der uns hoffen ließ, niemals allein sein zu müssen. „Versprich mir, dass wir für immer Freunde bleiben“, flüsterte es durchs Kinderzimmer. Partner dieses Pakts: das Lieblingsstofftier, das mit durch dick und dünn ging.

Auch der achtjährige John rang seinem Teddy einst das Versprechen ewiger Freundschaft ab — und damit begann der Ärger. Denn Ted, so sein naheliegender Name, ist quicklebendig. Ein Weihnachtswunder ließ ihn auferstehen, als Außenseiter John sich wünschte, der Bär möge zu ihm sprechen. Klar, zuerst war die Aufregung groß, als die Bettwurst mit Gesicht tatsächlich den Mund aufmachte.

Vor allem Johns Eltern erlagen fast dem Reflex, den Staatsschutz zu rufen, weil sie außerirdisches Treiben für wahrscheinlicher hielten. Doch Ted wurde Teil der Familie — und ein Medienstar. Und sein Versprechen, immer bei John zu bleiben, hielt er.

Seth McFarlane, Schöpfer der subversiven Zeichentrickserie „Family Guy“, dachte sich diese abgedrehte Geschichte vom Stofftier mit Eigenleben aus. 30 Jahre später sind Ted und John, jetzt gespielt von Mark Wahlberg, immer noch unzertrennlich, feiern das Leben als immerwährende Party, rauchen, kiffen, saufen und gucken Pornos. Wegen seiner traumatischen Erfahrungen als ehemaliger Kinderstar ist der Bär ein zynischer Nihilist geworden, der nur seine Freundschaft zu John ernst nimmt. Dass er dadurch dessen Entwicklung zum normalen Erwachsenen behindert, ist beiden nicht bewusst.

Johns Freundin dafür umso mehr: Seit vier Jahren erträgt Lori (Mila Kunis) die Extravaganzen des plüschigen Mitbewohners. Damit muss Schluss sein. Das Ultimatum lautet: Bär oder ich. John fühlt sich hin- und hergerissen. Ted versucht das Beste aus der Situation zu machen, indem er seine Kollegin aus dem Supermarkt flachlegt.

Es ist einer dieser Filme, die mit wahnwitziger Idee und guten Darstellern viel versprechen, allerdings bei weitem nicht alles einhalten. Die erstaunten Lacher, die der zotig-zornige Bär in der ersten halben Stunde provoziert, versacken immer weiter, je öfter man ihn fluchen oder balzen hört. Etwas mehr als die vorhersehbare Entwicklung vom Proll-Teddy zum Knuddel-Kumpel hätte man den Zuschauern schon zumuten können.