1. Kultur
  2. Film

So war der Tatort "Tod und Spiele" aus Dortmund

Tatort-Kritik : Tod, Spiele und ein neuer Kommissar: So war der Tatort aus Dortmund

Käfigkampf in Dortmund: Wer nicht zu viel Wert auf korrekt dargestellte Polizeiarbeit legt, kann sich von diesem Tatort bestens unterhalten lassen.

Schweiß und Blut fließt, Knochen brechen: Zwei Männer stehen in einem Metallkäfig in einer düsteren Industriehalle und schlagen aufeinander ein. Am Ende reckt der Ringrichter die Hand des siegreichen Kämpfers in die Höhe. Der Kontrahent liegt am Boden: tot. Ein handverlesenes Publikum ist Zeuge dieses menschlichen Hahnenkampfes. Wer auf den richtigen Hahn - respektive Mann - gesetzt hat, gewinnt eine Menge Geld. Wer den Kampf überlebt ebenfalls.

"Und Sie sind sich sicher: Sie waren gestern Abend noch in Deutschland?", fragt Hauptkommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) seine Kollegin Martina Bönisch (Anna Schudt), als sie von ihrem Undercover-Einsatz in der illegalen "Tod und Spiele"-Szene berichtet. Ja, wir sind in Deutschland. Schließlich geht es hier um einen Tatort. Diesmal aus Dortmund und deshalb muss natürlich das chronisch schlechtgelaunte Ermittlerteam um Peter Faber an den Fall ran. Ergänzt werden die Kommissare erstmals von Polizeihauptkommisar Jan Pawlak, der sich stimmungstechnisch perfekt in die Gruppe einbindet.

 Der Multimillionär Oleg Kombarow (Samuel Finzi, l) als Gast bei einem illegalen Käfig-Kampf.
Der Multimillionär Oleg Kombarow (Samuel Finzi, l) als Gast bei einem illegalen Käfig-Kampf. Foto: dpa/Thomas Kost

Doch zurück zur Handlung: Die verbrannte Leiche eines Kampfsportlers (erkennt man an den provisorisch geflickten Knochenbrüchen) weckt das Interesse des Tatort-Teams aus dem Ruhrgebiet.

Bei der Leiche liegt praktischerweise ein Schlüssel zu einem Hotelzimmer. In dem zum Schlüssel passenden Zimmer lockt "Onkel" Faber einen scheinbar stummen Jungen mit einem Schokoriegel unter einem Bett hervor. Die Beamten nehmen den vermeintlichen Zeugen erstmal mit auf die Wache. Dafür müssen sie aber erst einen Mülleimer in Brand setzen, um das Hotelpersonal abzulenken und die Entführung nicht auffliegen zu lassen. Weil der Junge nicht spricht, wird er mit Schlafsack und Isomatte in der Polizeiwache untergebracht. Hauptkommisarin Martina Bönisch (Anna Schudt) bucht sich unterdessen inkognito ein Hotelzimmer in besagtem Hotel und fotografiert heimlich die Gäste mit ihrem Smartphone. Dort bandelt sie auch mit dem superreichen russischen Ölbaron Oleg Kambarow (Samuel Finzi) an, der in der Stadt ist um Borussia Dortmund zu kaufen. Neben dem Fußballverein interessiert sich Kambarow aber auch für Frau Bönsch und für illegale Käfigkämpfe und die Kombination aus beidem führt zu eingangs erwähntem Szenario.

 Der neue Kommissar Jan Pawlak (Rick Okon) muss undercover im Kampfsport-Studio ermitteln.
Der neue Kommissar Jan Pawlak (Rick Okon) muss undercover im Kampfsport-Studio ermitteln. Foto: dpa/Thomas Kost

Was im ersten Moment hanebüchen und schrecklich konfus klingt ist filmisch sehr kurzweilig und spannend umgesetzt. Die Ermittler geraten in ihren Undercover-Rollen (der Neue muss im Boxclub ermitteln) in brenzlige Situationen und persönliche Diskrepanzen (Martina Bönschs Umgang mit Kambarow nimmt sehr persönliche Formen an) .

Ein kurzweiliger, klassischer Tatort, ohne erzählerische Experimente, dafür mit einem rasanten Fall und viel Raum für die Eigenheiten der Ermittler. Wer nicht zu viel Wert auf korrekt dargestellte Polizeiarbeit legt, kann sich von diesem Tatort bestens unterhalten lassen. Kann man sich angucken.