Kräftiger Kälteschock für die abgebrühte Karrierefrau

Kräftiger Kälteschock für die abgebrühte Karrierefrau

In „New In Town“ verschlägt es Renée Zellweger als böse Kapitalistin in ein Provinzkaff.

Lucy Hill (Renée Zellweger) ist eine knallharte Karrierefrau: Sie liebt ihren Sportwagen, ihre High Heels und genießt das Leben im sonnigen Miami. Doch dann folgt der Kälteschock: Für den nächsten Schritt auf der Karriere-Leiter schickt ihre Firma die Mittdreißigerin ins kalte Minnesota, zu den Hinterwäldlern.

Die versnobbte Lucy müsste für Zellweger ("Bridget Jones") eine Paraderolle sein. In ihren bisherigen Filmen schaffte sie es immer meisterhaft, auf dem schmalen Grat zwischen Tragik und Komik zu wandeln. Doch durch "New In Town" stöckelt sie seltsam eindimensional - was sicherlich auch an dem äußerst tristen Drehbuch liegt.

Die Produktion ist eine blasse Kopie der französischen Erfolgskomödie "Willkommen bei den Schtis". Mehr als zwei Millionen Zuschauer strömten in Deutschland in die Kinos, um die liebevoll ausgemalte Geschichte eines südfranzösischen Poststellen-Leiters zu sehen, den es in den kalten Norden verschlägt. Der dänische Regisseur Jonas Elmer liefert mit "New In Town" leider nur einen uninspirierten Auftragsfilm nach Hollywood-Vorgaben.

Lucy kommt erwartungsgemäß mit jeder Menge Vorurteilen ins bitterkalte New Ulm. Sie soll dort die Produktion einer Lebensmittelfirma umstrukturieren und wenn möglich auch eine ganze Reihe Jobs abbauen. Was folgt, ist übelstes Schema F: Die böse Kapitalistin wird von den Einheimischen zunächst reserviert, später zunehmend herzlicher aufgenommen.

Und natürlich schließt auch Lucy die Menschen in der kalten Ödnis nach und nach so richtig in ihr Herz, wobei der Film es versäumt, diesen Wandel nachvollziehbar erscheinen zu lassen. Schließlich verliebt sich Lucy ausgerechnet in ihren Widersacher von der Gewerkschaft (Harry Connick Jr.) und rettet obendrein noch die Fabrik samt Belegschaft - mit einem Pudding-Rezept. Das ist putzig und leicht verdaulich, lohnender ist da aber fast ein zweiter Besuch der "Sch’tis", die immer noch in etlichen Programmkinos laufen.

Wertung: 2 von 5 Punkten