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Gemälde mit der Kamera: Wim Wenders hofft auf Oscar

Gemälde mit der Kamera: Wim Wenders hofft auf Oscar

Berlin (dpa) - Der Oscar ist so ungefähr der einzige Preis, den Wim Wenders noch nicht in seiner Sammlung hat. Der 66-Jährige gilt als einer der wichtigsten und innovativsten deutschen Regisseure.

Einst Aushängeschild des „Neuen Deutschen Films“, hat er 2010 mit seinem in 3D gedrehten Tanzepos „Pina“ einmal mehr künstlerisches Neuland betreten. Die Nominierung für den Doku-Oscar könnte ihm jetzt die höchste Film-Ehre einbringen.

1945 in Düsseldorf als Sohn eines Arztes geboren, gründete Wenders 1971 in München mit zwölf Kollegen den legendären Filmverlag der Autoren. Mit seiner Kinoversion von Peter Handkes Roman „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ (1971) sorgte er erstmals für Aufsehen. Es folgen das Road Movie „Alice in den Städten“ (1973), die neuerliche Handke-Kooperation „Falsche Bewegung“ (1975) und das frühe Meisterwerk „Im Lauf der Zeit“ (1976).

Zu den schönsten seiner rund 40 Werke gehört bis heute „Der Himmel über Berlin“. Internationalen Erfolg brachte auch die Patricia-Highsmith-Verfilmung „Der amerikanische Freund“ (1977) und vor allem das Road Movie „Paris, Texas“ (1984) - ein Gemälde mit der Kamera. Schöner und poetischer ließ sich Autorenkino nicht mit Publikumserfolg paaren.

Zu den Filmpreisen, die der Mann mit der markanten Stirnlocke und der Hornbrille gewonnen hat, gehören die Goldene Palme von Cannes, der Löwe von Venedig und der Silberne Bär der Berlinale. Eine seiner früheren Oscar-Nominierungen trug ihm die ergreifende Musiker-Dokumentation „Buena Vista Social Club“ (1998) ein. Die Westernparodie „Don't Come Knocking“ wurde 2005 auf dem Filmfestival in Cannes mit 20 Minuten Ovationen bedacht.

Nach zwei längeren Stationen in den USA lebt der Reise- und Musikfreak mit seiner dritten Frau Donata inzwischen wieder überwiegend in Berlin. Die 3D-Technik hat ihn so fasziniert, dass er sogar für ein dreidimensionales TV-System kommerziell Reklame macht. „3D gibt uns die Möglichkeit, den Zuschauer mitten ins Geschehen hineinzunehmen“, sagt er.