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Ernest Borgnine: Als Schurke wurde er legendär

Ernest Borgnine: Als Schurke wurde er legendär

Ernest Borgnine ist im Alter von 95 Jahren gestorben.

Los Angeles. Oscarpreisträger, Charakterdarsteller und Schauspiellegende: Ernest Borgnine ist tot. Der Darsteller in mehr als 100 Hollywoodfilmen und Fernsehserien starb am Sonntag im Kreise seiner Familie in Los Angeles. Borgnine wurde 95 Jahre alt.

Sein bulliges Gesicht mit den buschigen Augenbrauen und der unverwechselbaren Lücke zwischen den Schneidezähnen brachte ihm häufig Schurkenrollen in Western und Gangsterfilmen ein.

So spielte er sich in Hollywood mit der Rolle des fiesen Sergeanten Fatso in Fred Zinnemanns Klassiker „Verdammt in alle Ewigkeit“ (1953) nach oben. Das Umfeld kannte er: Der Sohn italienischer Einwanderer mit dem Namen Borgnino war selbst bei der Navy und schied 1941 nach sechs Jahren Dienst aus. Wenig später überfielen die Japaner Pearl Harbor, und Borgnine war wieder drin.

Nach „Verdammt in alle Ewigkeit“ kamen Filme wie der Western „Johnny Guitar“ mit Joan Crawford, der Kriegsfilm „Das dreckige Dutzend “, Peckinpahs „The Wild Bunch“ und das Katastrophenspektakel „Die Höllenfahrt der Poseidon“.

Doch seinen einzigen Oscar bekam er 1955 nicht als Draufgänger oder Revolverheld, sondern als schüchterner Fleischer „Marty“, der mit Mitte 30 noch bei seiner Mutter wohnt. Dabei schlug er die Kollegen James Dean, Frank Sinatra, Spencer Tracy und James Cagney aus dem Feld.

Fünf Mal war Borgnine verheiratet, eine Ehe in den 1960er Jahren hielt gerade 32 Tage. Seine 1973 geschlossene und bis zum Tod anhaltende längste Ehe mit der aus Norwegen stammenden Tova Traesnaes machte Borgnine noch einmal populär und beide reich: Sie vertrieb Schönheitsprodukte per Post und nutzte ihn als lebendes Beispiel für deren Wirkung: „Jeder denkt, dass ich ein Face Lift hatte“, sagte er im Werbespot, „dabei benutze ich nur die Produkte meiner Frau.“

Jünger sah er aus, und Kraft hatte er auch. Als „Dominic Santini“ flog er in der aus heutiger Sicht unsäglich schlechten Achtziger-Jahre-Serie „Airwolfe“ gegen alle Gesetze der Physik einen Überschallhubschrauber. Auch die Jüngsten haben von Borgnine zumindest gehört: In der Originalversion der Trickfilmserie „SpongeBob Schwammkopf“ sprach er den dicken „Mermaid Man“.

Borgnine wurde oft gefragt, was das Geheimnis seines langen Lebens und seiner Kraft sei. Als er 91 war, antwortete er in einer Talkshow für US-Verhältnisse ungewohnt freimütig: „Viel Sex“.