Emmy-Nominierungsrekord für Game of Thrones trotz schlechter Kritiken

Achte Staffel : Emmy-Nominierungsrekord für „Game of Thrones“ trotz durchwachsener Kritiken

Was ist wichtiger für einen Fernsehpreis: Erfolg beim Zuschauer oder Liebe von professionellen Kritikern? Die Television Academy in den USA hat bei den Nominierungen für die Emmy-Awards eine deutliche Antwort gegeben.

Durchwachsene Kritiken, aber gute Einschaltquoten - und nun möglicherweise auch ein großer Erfolg beim wichtigsten Fernsehpreis der Welt: Die Fantasyserie „Game of Thrones“ ist am Dienstag für ihre achte und letzte Staffel 32 Mal für einen Emmy vorgeschlagen worden. Damit setzte die Serie am Dienstag in Los Angeles einen Rekord für die meisten Nominierungen in den Drama-Kategorien in einem Jahr.

Schon jetzt ist die in Deutschland bei „Sky Atlantic HD“ laufende Reihe mit 47 Auszeichnungen die meistprämierte Serie der US-Fernsehgeschichte. In der Hauptkategorie „Beste Dramaserie“ können außerdem „Better Call Saul“, „Bodyguard“, „Killing Eve“, „Ozark“, „Pose“, „Succession“ und „This is Us“ gewinnen.

In den Comedy-Kategorien kommt die sowohl bei Kritik als auch beim Publikum beliebte 50er-Jahre-Amazon-Serie „Die wunderbare Mrs. Maisel“ auf 20 Nominierungen. Rachel Brosnahan gilt in ihrer Rolle als aufstrebende Comedian im New Yorker East Village als eine der Top-Favoritinnen für den Preis als beste Hauptdarstellerin Comedy. Große Konkurrenz in dieser Kategorie und für die Auszeichnung als beste Comedyserie ist die Politsatire „Veep“ mit Julia Louis-Dreyfus als fiktive Präsidentin Selina Mayer in ihrer letzten Staffel.

Bei den Miniserien geht das Atomunfall-Drama „Tschernobyl“ mit 19 Nominierungen als Top-Favorit ins Rennen. Es basiert auf wahren Begebenheiten und liegt damit in diesen Kategorien im Trend: Auch die Tanzserie „Fosse/Verdon“ (17 Nennungen) und „When They See Us“ (16), die Aufarbeitung eines Mordes im New Yorker Central Park 1989 mit fünf unschuldig Verurteilten Schwarzen, beruhen auf Personen und Ereignissen der vergangenen Jahrzehnte.

Weiter auffällig ist der Siegeszug neuer Anbieter von Fernsehinhalten: Mit 137 Nominierungen führt zwar der US-Kabelanbieter HBO die Liste an, aber die Streamingdienste Netflix mit 117 Nominierungen und Prime Video von Amazon mit 47 Nominierungen sind seit einigen Jahren immer wichtiger. Der Traditionssender NBC liegt mit 58 vorgeschlagenen Auszeichnungen auf Rang drei. HBO hatte für kommendes Jahr den Start eines eigenen Streamingdienstes namens HBO Max angekündigt.

Die Emmys werden in rund 120 Kategorien von etwa 24 000 Mitgliedern der Television Academy vergeben. Die Preise in den wichtigsten Kategorien werden am 22. September im Microsoft Theater in Los Angeles bekanntgegeben. In den USA überträgt FOX, in Deutschland TNT Serie. In der Woche zuvor werden bereits viele Auszeichnungen in Nebenkategorien vergeben.

(dpa)
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