Dortmund: Strukturwandel beim „Tatort“

Dortmund: Strukturwandel beim „Tatort“

Stefan Konarske ist der neue TV-Ermittler für Dortmund. Die Kultserie soll mit ihm realistischer und privater werden.

Dortmund. Kurz bevor am Montag die erste Klappe für die erste Folge fällt, hat der WDR auch das letzte Geheimnis um das neue „Tatort“-Team aus Dortmund gelüftet. Neben Jörg Hartmann, Anna Schudt und Aylin Tezel komplettiert Stefan Konarske das gemischte Ermittler-Quartett aus der Ruhrgebiets-Metropole. Und der in Stade geborene Konarske (31), im Fernsehen ein noch ziemlich unbeschriebenes Blatt, hatte bei der Vorstellung am Montag in Dortmund auch die beste Geschichte parat.

Denn in seiner Erinnerung verbindet er mit der Ruhrgebietsstadt einen 36-stündigen Aufenthalt, bei dem er als Mitglied einer Drückerkolonne an Türen klingelte. „Ich habe schnell gemerkt, dass das nicht meins ist“, sagt Konarske grinsend. Weil er so schnell wieder aussteigen wollte, setzte ihn sein Arbeitgeber nachts ohne Geld in Wuppertal ab.

Das wird ihm beim WDR wohl nicht so schnell passieren. Konarske hat gewissermaßen die Seiten gewechselt, ist nun echter Schauspieler und als solcher Polizeioberkommissar Daniel Kossik mit einer blitzsauberen Dortmunder Biografie: Der Vater war unter Tage, sein Bruder ist arbeitsloser Grubenarbeiter, und Kossik selbst hat natürlich eine Dauerkarte im BVB-Stadion. Außerdem bändelt er mit Kollegin Nora Dalay (Aylin Tezel) an.

Das Privatleben soll aber bei diesem „Tatort“-Team nur eine Rolle spielen, wenn es sich auch am Arbeitsplatz spiegelt. Mehr Realismus, mehr Polizei-Alltag als sonst üblich sollen die Fälle bieten. „Dortmund war das Fundament“, sagte Jürgen Werner, der das Konzept erdachte. „Am meisten fasziniert mich hier der Strukturwandel. Die Stadt verändert sich so schnell“, erklärte Werner. „Auch die Figuren der Ermittler haben ihren kleinen Strukturwandel zu bewältigen.“

Allein schon mit der Zahl von vier in der Dramaturgie gleichberechtigten Kommissaren sticht Dortmund hervor in der „Tatort“-Reihe der ARD. „Die Struktur der Filme ist anders.

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