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Animation: "Bee Movie" - Wie weit darf Tierliebe gehen?

Animation: "Bee Movie" - Wie weit darf Tierliebe gehen?

Steven Spielberg lässt in „Bee Movie“ die Bienen fliegen.

Düsseldorf. Zugetragen haben soll es sich ungefähr so: Jerry Seinfeld, einst proftitabelster US-Komiker, trifft Steven Spielberg zum Mittagessen. Man klönt herum, der eine sagt, dass er "Krieg der Welten" bescheuert fand, der andere ätzt, dass seit "Seinfeld" ja nicht mehr viel gelaufen sei, und irgendwann fällt unter den Titanen folgender Satz: "Man müsste mal ein richtiges B-Movie machen."

Gemeint war damit nicht, bewussten Trash - also B-Ware - zu produzieren, sondern einen Film mit Bienen (englisch: Bee) zu drehen. Riesen-Gag, natürlich. Die zwei sind schließlich vom Fach. Dummerweise nahmen sie ihn irgendwann ernst, den Gag.

Das soll nicht heißen, dass man sich "Das Honigkomplott", so der deutsche Untertitel, nicht angucken könnte. Rein optisch ist es durchaus gelungen: Der Honig leuchtet strahlendgelb, am Bienenpelz ist jedes einzelne Haar zu erkennen, das Bildtempo stimmt. Kurzum: Die Computerarbeit ist absolute A-Ware.

Ähnlich verkorkst wie das Skript ist die PR-Strategie. Anstatt die stimmige deutsche Synchronstimme Bastian Pastewka für den Film werben zu lassen, setzte der Verleih Jerry Seinfeld bei Gottschalk auf die Couch. Den hört man aber hierzulande gar nicht. Obwohl - passt ja irgendwie. Seinfelds Handschrift ist ja auch nicht erkennbar.