1. Kultur
  2. Film

Alles nur ein riesiger Bluff

Alles nur ein riesiger Bluff

Ben Affleck und Justin Timberlake treten im verbotenen Online-Glücksspiel gegeneinander an.

Auf 33 Milliarden Dollar wird der Markt der illegalen Online-Casinos geschätzt, in denen Spielsüchtige aus aller Welt den Traum vom schnellen Reichtum zu realisieren hoffen und dabei ihr spärliches Vermögen verspielen.

Wer aus diesem Thema einen kinotauglichen Film erschaffen will, muss sich anstrengen. Denn im Gegensatz zur glitzernden Welt real existierender Spielcasinos oder dem düsteren Charme verqualmter Pokerrunden, ist das Glücksspiel in den digitalen Weiten des World Wide Webs aus filmischer Sicht weitaus weniger sexy.

Schon deshalb setzt Regisseur Brad Furman in „Runner Runner“ den Princeton-Studenten Richie (Justin Timberlake), der auf einer Poker-Website seine Unversitätsgebühren und damit seine Zukunft verspielt hat, in ein Flugzeug nach Costa Rica. Dort will er den milliardenschweren Betreiber eines Online-Casino-Imperiums Ivan Block (Ben Affleck) zur Rede stellen, denn er ist überzeugt, dass er übers Ohr gehauen wurde.

Richie ist eine Spielernatur. Sein Versuch im Investmenthandel das schnelle Geld zu machen, endete allerdings mit dem Börsencrash im finanziellen Fiasko.

Block erkennt in dem Querulanten einen begabten Zocker, macht Richie zu seinem Novizen und weist ihn in das raue Geschäft des illegalen Glücksspielwesens ein. Aber auch das FBI versucht, Blocks neuen Vertrauten als Informanten in Gebrauch zu nehmen.

Mit einer klassischen Zauberlehrling-Dramaturgie taucht Regisseur Furman in die Welt des illegalen Online-Glückspiels ein und zeigt am Beispiel seines jungen Helden, der den Traum vom ganz schnellen, ganz großen Geld verwirklichen will, wie schwer es ist, die Geister, die man wachgerufen hat, wieder loszuwerden.

Justin Timberlake macht seine Sache als ambitionierter und im tiefsten Inneren grundsolider Jungspund recht überzeugend. Und auch Ben Affleck ist als undurchsichtiger Spielbankbetreiber, der seine Gegner schon mal an die Alligatoren verfüttert, gut besetzt, wenn auch chronisch unterfordert.

Aber in seinem Bemühen, immer noch ein As aus dem Ärmel zu ziehen, bleibt der Plot in seiner Grundausrichtung zu einfallslos und vorhersehbar. Schon bald verliert der Film sein eigentliches Thema des Internet-Glückspiels aus dem Blick und verläuft sich in einer durchschnittlichen Krimidramaturgie, in der Klein-David gegen den Mafia-Goliath antritt.

Und es macht die Sache natürlich nicht besser, dass die Geschichte zu einem moralisch korrekten, aber wenig überraschenden Ende geführt wird.

Wertung: 3 von 5