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Kelly Family: Fan-Euphorie vor Kellys-Comeback: „Noch einmal das alte Gefühl spüren“

Kelly Family : Fan-Euphorie vor Kellys-Comeback: „Noch einmal das alte Gefühl spüren“

Mit drei Konzerten feiert die Kelly Family in Dortmund nach 20 Jahren ihr großes Comeback. Viele Fans nehmen weite Wege auf sich.

Düsseldorf. Fast genau 23 Jahre ist es her, dass die Kelly Family ihren ersten Auftritt in der ausverkauften Westfalenhalle in Dortmund hatte — am Wochenende ist es wieder so weit. Vor knapp 17 000 Zuschauern gibt die wohl bekanntesten Großfamilie der Welt ihr Comeback — sechs von neun Musikern sind bei den drei Konzerten auf der Bühne.

Es sind weniger geworden - und auch Haare und Kleidung haben sich verändert. Ihr Comeback feiern Joey, Kathy, Angelo (hi.v.l.n.r.), Jimmy, John und Patricia (vo.v.l.n.r.) mit ihrem Album "We got Love".
Es sind weniger geworden - und auch Haare und Kleidung haben sich verändert. Ihr Comeback feiern Joey, Kathy, Angelo (hi.v.l.n.r.), Jimmy, John und Patricia (vo.v.l.n.r.) mit ihrem Album "We got Love". Foto: Helen Sobiralski

Die Fans kommen aus Berlin, aus Süddeutschland, aus der Schweiz — kein Weg ist ihnen zu weit. In den sozialen Medien vernetzen sie sich für Treffen oder die gemeinsame Anfahrt — und teilen auf Nachfrage unserer Zeitung gerne ihre Kelly-Erlebnisse. Und man merkt: Die Kellys sind für viele nicht nur die Hippies mit den langen Haaren — sie stehen für Emotionen, Familie und Lebensgefühl.

Nadine Stölten aus Schleswig-Holstein schreibt auf Facebook, ihr erstes Konzert war 1994, als die Kellys noch auf der Straße spielten — damals sei sie sofort fasziniert gewesen. „Die Kellys waren nicht wie alle anderen angezogen und hatten ihren eigenen Stil. Das begeisterte mich sehr.“

Auch den Zusammenhalt in der Familie kannte sie so nicht — ihre eigene Familie war klein. „Im Großen und Ganzen wünschte ich mir auch solch eine tolle Familie.“ Nach Dortmund fährt sie mit ihrer Mutter, „die damals immer alles ertragen musste, zu meiner Teenie-Zeit“. Am Sonntag kommt dann ihr achtjähriger Sohn mit zum Konzert, der auch schon ein echter Fan ist.

„Mein erstes Konzert war 1991 in Neumünster, wo sie noch selbst aufgebaut haben“, schreibt Paulina Natalia Lüthje. Sie habe auf dem Konzert ihre Tante und ihren Opa in der Menge verloren. „Ich bin hoch zu den Kellys und die haben mir geholfen, meine Familie wiederzufinden.“ Sie war damals vier Jahre alt. Das Comeback sei einer ihrer größten Träume gewesen.

Einige verbinden auch sehr persönliche, emotionale Erlebnisse mit der Gruppe. So wie Ulla. „Ich war 14 Jahre alt und bin ins Heim gekommen, weil mich keiner mehr haben wollte. Und dann war sie da, diese heile Familie, es ging mir auf einen Schlag besser“, schreibt sie.

Die Musik und die Konzerte haben sie durch viele schwierige Zeiten begleitet. Klar, dass sie beim Comeback dabei sein muss. „Ich kann überhaupt nicht sagen, was ich mir vorstelle. Wir sind alle reifer und älter geworden, genau wie die Kellys.“ Sie findet: Mit der Kelly Family zu fiebern, ist nicht nur Fan-Sein. „Es bedeutet immer Familie.“

Viele emotionale Momente erwartet auch Anja Kleinschmidt. Sie hat die Gruppe erstmals 1995 in Münster Hiltrup gesehen. „Ich denke, es wird für beide Seiten sehr emotional werden.“ Es seien viele tolle Freundschaften entstanden. „Ich freue mich, alle meine Mädels und Jungs am Freitag zu treffen.“

„Unbeschwerte Kindheit, Glück, Liebe, Spannung und Vorfreude vor den Konzerten“, verbindet Anna Christin mit der Kelly Family. Ihr erstes Konzert war 1996 in Essen. „Wir waren ganz hinten, sahen die Kellys nur als Punkte. Aber sie kamen raus, alles schrie, als wir die Mini-Punkte da gesehen haben, haben meine Schwester und ich, eine links, eine rechts von Mama die ersten paar Lieder durchgeheult, weil wir einfach überwältigt waren.“

Kelly-Fan-Sein ist für sie Lebenseinstellung — eine, die sie auch an ihren Sohn weiter gegeben hat. Sie hofft — wie viele andere — am Donnerstag beim ersten Konzert noch einmal das alte Kelly-Feeling zu spüren. „Diesen Spirit. 15 000 Leute halten sich an den Händen und sind eins.“