Düsseldorf flirtet mit der Kölner Oper

Düsseldorf flirtet mit der Kölner Oper

Oberbürgermeister Elbers kann sich Kooperation im Bereich Ballett vorstellen.

Düsseldorf. Duisburg kann sich die Oper nicht mehr leisten. So sieht es zumindest die dortige Stadtverwaltung. Folgt der Stadtrat bei seiner Sitzung am 25. Juni dieser Ansicht, dann ist es aus mit der seit 1956 währenden Opernehe zwischen Düsseldorf und Duisburg.

Und was dann? Denkverbote dürfe es nicht geben, sagte der Düsseldorfer Oberbürgermeister Dirk Elbers (Foto: Bernd Nanninga) am Freitag. Daher wolle er alsbald Gespräche mit seinem Kollegen aus Köln darüber führen, wie die beiden Opernhäuser kooperieren könnten.

„Scheitert die Kooperation mit Duisburg, liegt Köln sehr nah“, sagt Elbers. Er könne sich etwa eine Zusammenarbeit beim Ballett vorstellen. Diese Sparte gibt es derzeit in Köln nicht. „Aber wir versuchen, die Erfolgsgeschichte Düsseldorf/Duisburg fortzuschreiben. Das Kind ist noch nicht verloren.“

Die Situation am Kölner Opernhaus ist derzeit unübersichtlich. Die Stadt teilte am Freitag mit, Intendant Uwe Eric Laufenberg werde nicht 2013 gehen, sondern müsse doch seinen Vertrag bis 2016 erfüllen. Die Oper dementierte umgehend.

Ein Kenner der dortigen Situation ist der Düsseldorfer Opernintendant Christoph Meyer, hat er doch fünf Jahre das künstlerische Betriebsbüro der Kölner Oper geleitet. Eine Kooperation hält er im Bereich Ballett für sinnvoll. Eine vergleichbare Verbindung wie mit Duisburg erscheint ihm zu aufwändig.

„Allein die Bühne ist in Köln deutlich größer und die Strecke zwischen den Städten viel weiter.“ Meyer baut darauf, dass sich in Duisburg die Meinung durchsetzen werde, die Deutsche Oper am Rhein mit ihren beiden Standorten zu erhalten. Auch die Kulturdezernenten von Düsseldorf und Duisburg, Georg Lohe und Karl Janssen, wollen um den Bestand der Operngemeinschaft kämpfen.

Der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch brachte erneut eine Kooperation zwischen den Opern Bonn und Köln ins Gespräch. Er kann sich vorstellen, „dass es eine gemeinsame Oper mit zwei Spielstätten gibt, die gemeinsam bewirtschaftet werden, so dass sich daraus finanzielle Vorteile ergeben“. Bei zwei bestehenden Ensembles dürfte eine Fusion jedoch schwierig werden.

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