Wirkmacht von Kategorien: Deutschland auf der Biennale

Wirkmacht von Kategorien : Deutschland auf der Biennale

Der deutsche Beitrag auf der Kunst-Biennale in Venedig nimmt Migration und die Frage nach dem Zusammenleben in den Fokus.

„Wir wollten zeigen, dass respektloses Denken (...) gegenüber anderen Daseinsformen oder gegenüber Menschen nicht in der Vergangenheit liegt, sondern dass das Gegenwart ist“, sagte die Kuratorin des deutschen Pavillons, Franciska Zólyom, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Venedig. Es gehe um die „Wirkmacht von Kategorien“ und andere Formen des Zusammenseins abseits des Verständnisses von Gemeinschaft, die in Abgrenzung zu anderen entsteht.

Für ihr Biennale-Werk „Ankersentrum“ hat die Künstlerin Natascha Sadr Haghighian ihren Namen in Natascha Süder Happelmann quasi eingedeutscht und sich mit der Zuwanderungspolitik der Bundesregierung auseinandergesetzt. Dabei sei die Frage aufgekommen, wie es sein könne, dass die Öffentlichkeit von ausgebeuteten Erntehelfern oder ertrinkenden Menschen im Mittelmeer wisse, aber in den wenigsten Fällen etwas dagegen tue, erklärte Zólyom, die Direktorin der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig ist. „Duldung bedeutet auch, dass die Gesellschaft diese Zustände duldet und sich von Begriffen wie "Willkommenskultur" oder "Ankerzentren" täuschen lässt.“

Bei der 58. Ausgabe der Biennale, die am Samstag für Besucher öffnet, ist im Pavillon unter anderem ein riesiger Staudamm zu sehen, vor dem mehrere große Steine liegen. Den Raum hinter dem Staudamm nimmt eine Soundinstallation ein. Ein Teil einer Skulptur sind blaue Tomatenkisten. Der Pavillon wird am Freitagnachmittag im Beisein von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) eingeweiht.

Biennale Venedig

Deutscher Pavillon

(dpa)
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