Kölner Oper spielt Mozart im Irak

Sulaymaniyah (dpa) - Unter großem Jubel des kurdischen Publikums ist erstmals eine europäische Oper im Irak aufgeführt worden. Ein Team der Kölner Oper inszenierte in der nordirakischen Stadt Sulaymaniyah Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“.

Das Stück verhandelt den Kulturkonflikt zwischen Orient und Okzident und plädiert für Versöhnung und friedliche Koexistenz. Die 1600 Besucher des Kulturpalastes Telary Honer quittierten die Begegnung mit der westlichen Kunstform mit Ovationen. Auch die zweite der beiden Aufführungen, die jeweils um 18 Uhr Ortszeit begannen, erntete am gestrigen Sonntagabend stürmischen Beifall. Nach den Erfahrungen der ersten Aufführung war das Publikum instruiert worden, mit dem Zwischenbeifall sparsam zu sein, und so entlud sich am Ende der Aufführung ein umso heftigerer Jubel. Die einhellige Begeisterung belohnte die Anstrengungen des Kölner Opernteams, das unter schwierigsten Bedingungen innerhalb weniger Tage die Produktion den Verhältnissen vor Ort anpassen musste.

Obwohl es vor der Aufführung kaum Werbung gab, war der Theatersaal brechend voll, als sich der Vorhang zu Mozarts Singspiel hob. Im Zuge der dramatischen Entwicklungen der letzten Monate im arabischen Raum waren immer wieder auch Sicherheitsbedenken laut geworden, und es wurde sogar ausdrücklich davor gewarnt, in einer Krisenregion westliches Theater zu zeigen.

Das Gastspiel mit insgesamt zwei Aufführungen kam auf Einladung des irakischen Vizepräsidenten Mullah Bakhtiyar zustande. Er ist zugleich Vorsitzender der Patriotischen Union Kurdistans, die in der autonomen Region Kurdistan die Regierung stellt. Bakhtiyar hatte im vergangenen November als offizieller Vertreter des Irak die Kölner Premiere von Uwe Eric Laufenbergs Inszenierung gesehen und spontan seine Einladung ausgesprochen.

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