Interview: „Die Welt ist voller Wunder“

Interview: „Die Welt ist voller Wunder“

Nächste Woche kommt der Film „Illuminati“ in die Kinos. Tom Hanks erzählt von den Dreharbeiten in Rom.

Mister Hanks, die katholische Kirche spricht sich offen gegen Ihren aktuellen Film "Illuminati" aus, der von einer Verschwörung im Herzen des Vatikans handelt.

Tom Hanks: Fellini hatte auch ständig Probleme mit der Kirche. Ihm ging es trotzdem ganz gut.

Hanks: Auf alle Fälle. Aber Rom mit seinen hierarchischen Strukturen war für diese Geschichte einfach passender.

Hanks: Ich bin ein großer Freund von Mysterien. Ich habe mich einmal mit einem Priester über Wunder unterhalten. Da haben wir festgestellt, dass sie eigentlich immer und überall passieren. Die Welt steckt voller Mysterien, die wir viel öfter bewusst wahrnehmen sollten. Für mich ist das die ultimative Form des Glaubens.

Hanks: Ich weiß nicht, ob ich Gott dafür danken würde, dass er ihn verursacht hat, aber ich würde ihm danken, dass ich auf dieser Welt sein darf.

Hanks: "Da Vinci Code" war eine Art Schatzsuche, "Illuminati" ist dagegen wie ein Pferderennen: Eine Bombe tickt, die Uhr läuft - und Professor Langdon muss eine Lösung für alle Probleme finden. Eine Traumrolle, die ich mir immer gewünscht habe! Endlich darf ich jemanden spielen, der die Antworten auf bestimmte Fragen weiß und danach losrennt, um die Probleme zu lösen.

Hanks: Es hat mich physisch sehr beansprucht und ich konnte nichts dagegen tun: jeder verdammte Kopfstein in Rom hat eine andere Form, jedes Treppenhaus ist eine potenzielle Todesfalle. Fragen Sie mal Ayelet Zurer, wie sie mit ihren atemberaubenden Stilettos zurechtkam! Wir zerbrachen uns vor jeder Szene den Kopf, ob einer von uns beiden das Ganze heil übersteht. Es war ein Wunder, dass ich diese Dreharbeiten überlebt habe!

Hanks: Sie wollen mir wirklich sagen, dass ich endlich mal nicht fett aussah, als ich hier mitgespielt habe? Vielen Dank! (lacht)

Hanks: Wir drehten in der Nähe des Pantheon, als ich mitbekam, dass eine Braut verzweifelt versuchte, zu ihrer Kirche zu kommen. Wir blockierten nämlich den Verkehr. Also nahm ich mir ein Herz und eskortierte sie persönlich zur Kirche.

Hanks: Niemals! Ich mache mir gerade Gedanken darüber, wie ich meine Zähne am besten richten lasse. Wäre ich ein Superheld, müsste ich mir darüber wirklich nicht den Kopf zerbrechen.

Hanks: Ich arbeite gerne mit alten Freunden, weil man sich nicht erst kennenlernen muss. Ein Filmdreh ist oft wie ein Blind-Date: es kann funktionieren oder auch nicht. Ron und ich wissen, dass wir auf derselben Wellenlänge liegen, wir haben unsere ganz eigene Sprache entwickelt.

Hanks: Meist klären wir das vorher. Wir haben eine gutes Miteinander gefunden, jeder respektiert die Meinung des anderen. Wenn es schnell gehen muss, gibt er mir aber auch einfach Anweisungen. Es gehört zu meinem Job, dass ich dann auch gehorche.

Hanks: Ich hoffe, dass es dazu kommen wird! Zuerst muss aber "Illuminati" im Kino erfolgreich sein, dann sehen wir weiter.

Hanks: Ja, weil man dadurch am besten mitbekommt, welche Szenen funktionieren. Man erlebt ehrliche Reaktionen, ohne dass es jemand wirklich merkt.

Hanks: Na, ich würde schon behaupten, dass es noch Dinge gibt, die ich gerne erreichen würde. Ich hoffe, dass ich noch nicht fertig bin, ansonsten wäre mein Leben auch ziemlich deprimierend. Ich liebe es, Schauspieler zu sein oder als kreativer Partner andere Filmemacher zu unterstützen. Ich kann mir kein Leben vorstellen, in dem ich nicht morgen aufwache und mich mit anderen zusammentue, um Geschichten für die große Leinwand zu erzählen. Bei jedem Projekt fange ich also wieder von vorne an.

Mehr von Westdeutsche Zeitung